BUWOG persönlich: Eva Weiß, Geschäftsführerin BUWOG Bauträger GmbH
BUWOG-Geschäftsführerin Eva Weiß. Foto: Claudia Hechtenberg / BUWOG Bauträger GmbH
Karriere

BUWOG persönlich: Eva Weiß, Geschäftsführerin BUWOG Bauträger GmbH

„Wir denken in Quartieren und schaffen ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltigen Wohnraum“

In unserer Serie „BUWOG persönlich“ stellen wir Menschen vor, die an aktuellen Projekten und Zukunftsthemen der BUWOG arbeiten. Sie alle eint das Motto der BUWOG: Glücklich wohnen. In dieser Folge sprechen wir mit Eva Weiß, die seit 1.1.2020 als Geschäftsführerin der BUWOG Bauträger GmbH für das Neubaugeschäft verantwortlich ist.

Frau Weiß, was ist Ihre Aufgabe bei der BUWOG?

Ich leite als Geschäftsführerin der BUWOG Bauträger GmbH das Neubaugeschäft in Deutschland. Die BUWOG ist mit drei Büros und 120 Mitarbeiter*innen in Berlin, Hamburg und Leipzig vertreten. Aktuell haben wir eine Development Pipeline von über 12.000 Wohnungen, diese sind entweder in Planung oder schon im Bau. Darüber hinaus expandieren wir mit Übernahme der Firma BIEN-RIES zudem auch im Rhein-Main-Gebiet, worüber ich mich sehr freue, da dies erhebliche Chancen bietet. Wir sind also ein wichtiger Akteur, wenn es darum geht, neuen Wohnraum zu schaffen. Dabei denken wir in Quartieren: Wir schaffen die baulichen und konzeptionellen Voraussetzungen dafür, dass in unseren Quartieren gute Nachbarschaften entstehen und die Menschen sich wohlfühlen, dass es innovative Energiekonzepte oder E-Mobility-Angebote gibt und vieles mehr. Zusammengefasst: Wir sorgen dafür, dass unser Motto umgesetzt wird – glücklich wohnen. Da ist es mein Part als Geschäftsführerin, die richtigen strategischen Entscheidungen für das Unternehmen zu treffen und perspektivisch durch Zukäufe die Pipeline zu erweitern. Hier haben wir ein klares Ankaufprofil und suchen deutschlandweit Grundstücke ab 6.500 m² Bruttogrundfläche, bis hin zu großen Stadträumen, wie beispielsweise am Bayerischer Bahnhof in Leipzig. Hier planen wir rund 1.600 neue Wohnungen, davon 30 % mietpreisgebunden, mit Kitas, wohnbegleitendem Gewerbe und einem 8 Hektar großen Stadtteilpark.

Als Geschäftsführerin bin ich in viele Details eingebunden und muss zu Zahlen und Fakten auskunfts- und entscheidungsfähig sein, auch gegenüber Externen. Denn Politik, Öffentlichkeit oder Geschäftspartner*innen haben Anforderungen oder Anliegen an uns als Bauträger. Und nicht zuletzt ist meine Arbeit auf Zukunft ausgerichtet: Wie setzen wir zukünftig innovative Technologien und nachhaltige Bauweisen noch besser um? Für das Zukunftsthema Smart City haben wir dazu eigene Leitlinien formuliert. Denn nicht alles, was technisch möglich ist, ist auch sinnvoll für die Menschen.

 

Wie kamen Sie zur BUWOG und welche Ausbildung und Fähigkeiten braucht es, um Ihre Position auszufüllen? 

Ich komme ursprünglich aus dem Bankenbereich und gelangte über das Thema Finanzierung in die Immobilienwirtschaft. Zunächst war ich einige Zeit als Projektleiterin bei verschiedenen Wohnungsbauunternehmen. Dieser Mix in meiner Vita mit einem kaufmännischen Schwerpunkt, aber enger Zusammenarbeit mit der Bautechnik ist gut, um Wirtschaftlichkeit und anspruchsvolle Architektur kombinieren, Marktfähigkeit einschätzen und dadurch die richtigen Entscheidungen treffen zu können. 2015 kam ich dann zur BUWOG, wo ich als Abteilungsleiterin Development den strategischen Ausbau des damals in Deutschland noch fast unbekannten Unternehmens mitgestalten durfte. Mit Beginn 2020 wurde ich in die Geschäftsführung berufen und erhielt zusätzliche Verantwortung.

Je mehr Projekte wir als BUWOG realisieren – nun auch erfolgreich im Mietwohnungsbau für die Konzernmutter Vonovia SE – desto wichtiger ist es, den Überblick zu behalten und einen guten Draht zu den Abteilungsleitern der unterschiedlichen Bereiche und den Projektleitern der einzelnen Bauvorhaben zu haben. Teamwork wird bei uns großgeschrieben: In jedem Projekt haben wir jeweils einen technischen und einen kaufmännischen Projektleiter, die als verantwortliches Team das Projekt gemeinsam aus der Taufe heben und durch die Planungs- und Realisierungsphase bis zur Fertigstellung begleiten. Eine wichtige Fähigkeit für die Geschäftsführung ist, zu vertrauen und gleichzeitig ein Gespür dafür zu haben, wann ein Team Hilfestellung benötigt. Ich selbst brauche also weniger das detaillierte Technikverständnis als vielmehr den Blick für das gesamte Bild.

Wie sehen die typischen Aufgaben in Ihrer Position aus? 

Ich verstehe mich zunächst als internes Bindeglied zwischen der operativen Ebene, also den Projektteams und Abteilungsleitern, und dem Vorstand und anderen Geschäftsbereichen im Konzern. Hierbei geht es im Wesentlichen darum, die Basis für das tägliche erfolgreiche Umsetzen unserer Projektziele zu pflegen und zu erhalten, Chancen und Risiken der einzelnen Projekte zu kennen und die konzernrelevanten Leitlinien dabei nicht aus den Augen zu verlieren. Gleichzeitig ist die BUWOG in den letzten Jahren ein wesentlicher Player in der Wohnungspolitik geworden. Ich als Geschäftsführerin stehe daher in ständigem Austausch und Dialog mit Politik, Verwaltung und Wirtschaft. Wir sind in mehreren Verbänden und Netzwerken aktiv, um die Interessen der Wohnungswirtschaft zu vertreten und zu stärken.

Worin liegen die Herausforderungen und Chancen in Ihrem Tätigkeitsbereich? 

Engagiert für Wohnraum: BUWOG-Geschäftsführerin Eva Weiß mit Burkhard Jung, OB von Leipzig und Präsident des Deutschen Städtetags. Foto: Michael Divé
Engagiert für Wohnraum: BUWOG-Geschäftsführerin Eva Weiß mit Burkhard Jung, OB von Leipzig und Präsident des Deutschen Städtetags. Foto: Michael Divé

Das Kerngeschäft der BUWOG Bauträger GmbH ist gegenwärtig im Fokus der öffentlichen Wahrnehmung. Jeder weiß: Wohnungen werden dringend gebraucht und jede neue Wohnung, die entsteht, ist eine gute Wohnung. Da können wir helfen und als Bauträger Teil der Lösung sein. Wir spekulieren dabei nicht mit Grundstücken, sondern wenn wir ein Grundstück erwerben, wollen wir so schnell und so gut es geht, bauen. Zugleich ist ein Neubauprojekt immer auch von öffentlichem Interesse. Neben unserem Grundstück liegt vielleicht eine Kleingarten-Kolonie, die sich um künftige Beeinträchtigungen wie z.B. Verschattung sorgt. Und wenn die Bagger rollen, dann kommt es zu Lärm und Staubbelastung, worüber natürlich die betroffenen Anwohner nicht unbedingt glücklich sind. Da ist es eine Herausforderung, mit guter Kommunikation und öffentlicher Beteiligung, mit Bürgerforen oder Themenworkshops, wie wir das in Leipzig machen, zu informieren und einen guten Konsens zu erzielen. Denn es ist auch klar: Ohne Neubau verschärft sich die Wohnungsnot weiter, gerade in wachsenden Städten wie Berlin oder Hamburg. Eine Chance ist, dass wir als BUWOG mittlerweile viele Referenzprojekte fertiggestellt haben und man uns als verlässlichen Anbieter und Partner kennt. Besuchen Sie zum Beispiel unser Quartier 52° Nord in Berlin-Grünau – da wird auch der größte Skeptiker sehen, wie qualitätsvoll die BUWOG baut und wie gut sich ein BUWOG-Quartier „anfühlt“! Wir bauen attraktive Gebäude und setzen dabei urbane Dichte im Gleichklang mit ökologischen und sozialen Qualitäten um. Wir bauen Uferpromenaden, Kitas und Spielplätze, wir sanieren Denkmal-Gebäude, planen Regenwasserrückhaltebecken als zentrales Biotop, fördern erneuerbare Energien und ermöglichen Elektromobilität. Das gesellschaftliche Thema Nachhaltigkeit ist unsere vielleicht größte Chance: Wir als Immobilienwirtschaft haben eine wichtige Funktion darin, nachhaltige Gebäude zu bauen, die 50 oder 100 Jahre genutzt und auch in vielen Jahren noch dem Anspruch an klimagerechte Gebäude gerecht werden können.

 

Was glauben Sie – wie wohnen wir in Zukunft?

Wenn Sie mich fragen, wie die Wohnungen aussehen, dann würde ich sagen: Minimalismus wird ein Trend bleiben, aber nicht als Verzicht, sondern nach dem Motto: Große Funktion auf kleinem Raum! Gerade junge Menschen leben gern mit leichtem Gepäck, sie teilen, streamen oder leasen statt zu besitzen. Ähnliches gilt aber auch für ältere Menschen: Funktionale Grundrisse und barrierefreier Zugang – auch zu Gemeinschaftsbereichen, in denen man einander begegnet – all das wird immer wichtiger als die reine Wohnfläche.

Das BUWOG-Team für Schönefeld, hier nach Unterzeichnung der Nachbarschaftsvereinbarung mit Bürgermeister und Grundstücksverkäufer. Foto: Michael Divé
Das BUWOG-Team für Schönefeld, hier nach Unterzeichnung der Nachbarschaftsvereinbarung mit Bürgermeister und Grundstücksverkäufer. Foto: Michael Divé

Konkret auf Berlin bezogen wird der Wohnungsbedarf steigen, denn die Hauptstadt erfährt weiterhin viel Zuzug. Die letzten großen, zusammenhängenden Flächen liegen eher außerhalb des S-Bahnrings. Dort, in den Außenbezirken, werden die Wohnlagen durch Quartiersentwicklungen, wie solche der BUWOG, an Attraktivität gewinnen. Mit Öffnung des Flughafens BER wird zugleich die Südost-Achse gestärkt, ein positiver Effekt etwa für Niederschöneweide, wo wir BUWOG WOHNWERK entwickeln. Schönefeld wird sich weiter sehr gut entwickeln, die Flughafengemeinde hat solide investiert, in Schulen, Kitas, Freizeitangebote. Wir werden dort bis 2023 einen Anteil des benötigten Wohnraums schaffen: BUWOG NEUE MITTE SCHÖNEFELD rund um das Rathaus. Die Schließung von Tegel entlastet Spandau vom Fluglärm. Davon profitiert das attraktive Havel-Ufer, wo wir ein Quartier mit rund 600 Wohnungen bauen: BUWOG Speicherballett. Das alles sind also aussichtsreiche Lagen.

 

Glücklich wohnen: Was bedeutet dieses Motto der BUWOG für Sie ganz persönlich?

Glücklich wohnen heißt für mich: Einen persönlichen Rückzugsort zu haben, in dem ich entspannen und mit lieben Menschen eine gute Zeit verbringen kann, mit meiner Tochter, Familie und Freunden. Glücklich wohnen heißt für mich auch: Freiräume haben, die ich gestalten oder immer wieder umgestalten kann. Glücklich wohnen bezogen auf unsere Neubauprojekte bedeutet, dass wir den Dreiklang fördern wollen aus ökologischen Quartieren, die ökonomisch gebaut und betrieben werden können und einem hohen sozialen und funktionalen Nutzen gerecht werden – auch für die nächsten Generationen. Ich liebe es sehr, durch die Stadt zu fahren und voller Stolz auf unsere Projekte zu schauen, mit denen wir einen positiven Beitrag zur Stadtgestaltung geleistet haben.

Steckbrief

Eva Weiß, BUWOG-GeschäftsführerinEva Weiß (51) ist gelernte Bankkauffrau und Immobilienfachwirtin. Sie arbeitet seit 27 Jahren in der Immobilienbranche.

In ihrer Freizeit tanzt sie Flamenco, ist in einem Musical-Ensemble aktiv und liest gern.

 

Lieblingszitat:

 

„Ein Tag ohne ein Lachen ist ein verlorener Tag.“

(Charlie Chaplin)

 


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Michael Divé

Über den Autor

Michael Divé

Zuständigkeit bei der BUWOG: Senior Manager Marketing & Communications und Pressesprecher Deutschland.

Michael Divé (41) leitet die Unternehmenskommunikation und digitalen Kanäle in Deutschland. Nach seinem Studium der Medienwirtschaft an der Hochschule RheinMain in Wiesbaden und Toulouse (Frankreich) war er als Journalist und Medienmanager für verschiedene Medienunternehmen tätig. Seit 2010 verantwortete er in verschiedenen Unternehmen aus Handel- und Dienstleistungsbereich die Bereiche Digitale Kommunikation und Marketing. Heute gestaltete er bei der BUWOG mit seinem Team im Bereich Marketing & Kommunikation die Verbindung zu Medien und Öffentlichkeit und sorgt für die richtigen Botschaften über alle Kanäle.

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