Bei der neuesten Ausgabe des Veranstaltungsformats der BUWOG ging es um das Konzept der 15-Minuten-Stadt. Ist das schöne Utopie oder vielleicht sogar schon Realität?
Dieses städtebauliche Leitbild hat das Ziel, dass tägliche Funktionen wie Wohnen, Arbeiten, Kultur, Freizeit, Ärzte, Soziale Qualitäten und Grünräume in einer Viertelstunde erreichbar sind. Nicht mit dem Auto, sondern zu Fuß, mit dem Rad oder per ÖPNV. Die Stadt der 15 Minuten ist heute eines der meistdiskutierten stadtplanerischen Konzepte und wurde durch den französisch-kolumbianische Stadtforscher Carlos Moreno entwickelt.
„Die Stadt der 15 Minuten ist eine kindgerechte Stadt“, betonte Anika Meenken. Als Bereichsleitung Mobilität beim Ökologischer Verkehrsclub VCD ist sie auf innovative verkehrspolitische Konzepte und den notwendigen Umbau des öffentlichen Raums spezialisiert. In der folgenden Panel-Runde diskutieren mit Moderatorin Miriam Beul anschließend der Verkehrsforscher Prof. Dr. Andreas Knie vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, die Expertin Uta Bauer vom Deutschen Institut für Urbanistik, Daniel Riedl als Mitglied des Vorstands Vonovia (CDO) sowie Anika Meenken.
Dabei wurde deutlich: Die Stadt der 15 Minuten ist nicht nur kindgerecht, sondern kommt dem längst schon veränderten Nutzungs- und Mobilitätsverhalten der jungen Zielgruppe entgegen. Zumindest für die jungen Generationen im urbanen Raum „steht das Auto nicht mehr für Freiheit“, so Prof. Knie. Und das oft stundenlange Pendeln zwischen Wohnen und Arbeiten – wie die Eltern es oft vorgelebt haben – sei „keine Option mehr.“
Die Diskussion machte auch deutlich: In Quartiersentwicklung und Neubau kann man vieles richtig machen. Und das ab der ersten Planung. Die Seestadt Aspern bei Wien, bei der auch die BUWOG engagiert ist, gilt als gutes Beispiel dafür, wie lebenswert neue Stadtgebiete sein können, wenn das Auto aus dem Straßenbild weitgehend verschwindet. Darüber hinaus ist der Verzicht auf Tiefgaragen und Stellplätze nicht nur in Sachen Baukosten vorteilhaft, sondern entspricht auch den geänderten Bedarfen der Bewohnerschaft und des Umfeldes.
Doch während Paris oder Barcelona aktuell einen massiven Stadtumbau mit mehr Grün und weniger Autos aktiv vorantreiben, sieht die Realität in vielen deutschen Städten anders aus. Das Auto dominiert das Stadtbild und der notwendige Umbau von Mobilität und Infrastruktur trifft auf vielerlei Widerstand. Die 15-Minuten-Stadt – Utopie oder realistische Mobilitätswende? In jedem Fall ein Thema, bei dem Planende, Bauende und Genehmigende sich mehr zutrauen sollten.
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