Nachhaltig von Anfang an: BUWOG NEUE MITTE SCHÖNEFELD
Nachhaltiger Umgang mit Ressourcen: Baustelle für BUWOG NEUE MITTE SCHÖNEFELD im November 2021
Wohnen

Nachhaltig von Anfang an: BUWOG NEUE MITTE SCHÖNEFELD

In Schönefeld drehen sich die Baukräne. Direkt am Rathaus entsteht BUWOG NEUE MITTE SCHÖNEFELD, ein Quartier mit rund 330 Eigentumswohnungen. Im Sinne der Nachhaltigkeit gibt es nun einen besonderen Erfolg zu melden: Ganze 581 Tonnen Stahl wurden eingespart. Ein Gespräch mit Dirk Nitsche, der das Projekt als technischer Projektleiter betreut.

 

Stahl, Beton, Zement, dazu tausende Kilometer an Lieferwegen und jede Menge Energie, die durch Baumaschinen verbraucht wird: All das ist die sogenannte „Graue Energie“, die bereits bei Errichtung von Wohngebäuden aufgewendet werden muss. Somit steckt auch viel CO2 in den Häusern, noch bevor die ersten Bewohnerinnen und Bewohner einziehen. Umso wichtiger ist es also, effizient zu planen, Material zu sparen und damit den klimatischen Fußabdruck von Wohngebäuden zu verbessern. Hier ist die BUWOG besonders engagiert.

 

Beim Neubauprojekt BUWOG NEUE MITTE SCHÖNEFELD wurden nun 581 Tonnen Bewehrungsstahl eingespart. Wichtig zu wissen: Für die Herstellung von einer Tonne Bewehrungsstahl entstehen hierzulande durchschnittlich rund 1,5 bis 2,0 Tonnen CO2. Bei einer Einsparung von 581 Tonnen Bewehrungsstahl auf der Baustelle entspricht das also in etwa einer Einsparung von rund 1.000 Tonnen CO2. Wie das geht, erklärt Dirk Nitsche, technischer Projektleiter bei der BUWOG.

 


„Nachhaltigkeit wird im Neubau immer wichtiger und das muss mit der allerersten Planung beginnen.“

Herr Nitsche, beim Projekt in Schönefeld konnten Sie rund 581 Tonnen Bewehrungsstahl eingesparen. Wie genau geht das?

Dirk Nitsche: „Zur Einsparung von Betonstahl mussten verschiedene Optimierungen umgesetzt werden, von denen ich mal die wichtigsten herausstellen möchte. In den beiden Untergeschossen, die als weiße Wanne ausgeführt wurden, konnte durch den Einsatz von Halbfertigteil-Außenwänden anstelle von Ortbetonwänden viel Bewehrung eingespart werden. Bei der Ausführung in Ortbetonwänden treten während des Abbinde-Vorgangs relativ große Zwangsspannungen auf, die im Fertigteilwerk nicht vorhanden sind. In Verbindung mit den Fugendichtblechen in allen Fertigteilfugen konnte daher die Horizontalbewehrung der Wände stark reduziert werden. Auch das spart Bewehrungsstahl! In den Obergeschossen konnten durch schlaue Umplanung gegenüber dem ursprünglichen vom Vorbesitzer des Grundstücks geplanten und durch die BUWOG mitgekauften ersten Tragwerksentwurf zahlreiche Stahlbetonwände durch Mauerwerkswände ersetzt werden. Schließlich wurden in den Stahlbetondecken anstelle der üblichen Lagermatten neuartige Vorratsmatten Typ B eingesetzt. Hier sind im Stoßbereich keine überflüssigen Bewehrungen vorhanden, so dass die erforderliche Gesamtbewehrung reduziert werden konnte.“

Welche Gewerke und Dienstleistenden bei der Baustelle sind im Einzelnen daran beteiligt, um wertvolle Ressourcen in dieser Größenordnung zu sparen?

Dirk Nitsche: „Die Optimierung des gesamten mit dem Grundstückseinkauf „mitgekauften“ Tragwerks habe ich im Rahmen der Projektsteuerung mit meinem Team und in sehr enger Zusammenarbeit mit dem Tragwerksplanungsbüro durchgeführt. In zweiter Linie sind dann natürlich die bauausführende Firma und das Fertigteilwerk beteiligt, die hier auch toll mitgezogen haben und diese ‚Extrameile‘ mit uns gegangen sind. Im Ergebnis sparen wir so nicht nur Material und CO2, sondern auch rund 600.000 Euro und das hilft, etwaige Mehrkosten an anderer Stelle zu kompensieren, bedingt etwa durch die aktuelle Kostensteigerung bei Baustoffen insgesamt. Im Ergebnis kombinieren wir also ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit.“

Welche Maßnahmen kann man nach Ihrer Erfahrung rund um eine Baustelle noch ergreifen, um möglichst nachhaltig und Ressourcen sparend zu agieren?

Dirk Nitsche: „Nachhaltigkeit wird im Neubau immer wichtiger und das muss mit der allerersten Planung beginnen. Und am besten schon mit dem Untergeschoss! Ein sehr großer Anteil der Ressourcen wird für die Untergeschosse mit Garagen und Lagerräumen verbraucht. Sollte das Projekt es hergeben, kann man mit der Reduktion oder dem Verzicht auf unterirdische Stellplätze einen großen Anteil der Ressourcen einsparen. Ein signifikantes Einsparpotential für die Zukunft sehe ich auch bei den Dämmstoffen. Heute übliche Wärmedämmverbundsysteme haben einen relativ großen Ressourcenverbrauch. Hier ist die Dämmstoffindustrie mit neuen innovativen Lösungen gefragt, neben dem Ressourcenverbrauch auch die Recyclingfähigkeit zu verbessern.“

 


„Im Ergebnis kombinieren wir ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit.“


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Michael Divé

Über den Autor

Michael Divé

Zuständigkeit bei der BUWOG: Senior Manager Marketing & Communications und Pressesprecher Deutschland.

Michael Divé (42) leitet die Unternehmenskommunikation und digitalen Kanäle in Deutschland. Nach seinem Studium der Medienwirtschaft an der Hochschule RheinMain in Wiesbaden und Toulouse (Frankreich) war er als Journalist und Medienmanager für verschiedene Medien und Handelsunternehmen tätig.

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