BUWOG persönlich: Till Naumann, Projektleiter in Hessen
BUWOG Projektleiter Till Naumann. Foto: Divé
Karriere

BUWOG persönlich: Till Naumann, Projektleiter in Hessen

In unserer Serie „BUWOG persönlich“ stellen wir Menschen vor, die an aktuellen Projekten und Zukunftsthemen der BUWOG arbeiten. Sie alle eint das Motto der BUWOG: Glücklich wohnen. Wir sprechen mit Till Naumann, Projektleiter bei der BUWOG Bauträger GmbH.

 

„Die gebaute Umwelt der Zukunft bestmöglich mitgestalten“

Herr Naumann, was ist Ihre Aufgabe bei der BUWOG?

Till Naumann: „Durch die Integration der Neubauabteilung bin ich seit Anfang 2022 bei der BUWOG. Eigentlich bin ich aber viel länger im Konzern – seit 2018. Aktuell begleite ich meine bereits begonnen Neubauprojekte als Projektleiter – von der Baurechtsschaffung über die Realisierung bis zur Übergabe der fertiggestellten Mietwohnungen. Zukünftig werden meine Aufgaben im Detail etwas anders aussehen aber vermutlich ähnlich. Zuletzt haben wir als Teil der Neubauabteilung ausschließlich Projekte entwickelt, welche in den Immobilienbestand des Konzerns übergegangen sind. Als ich 2018 angefangen habe, war der Fokus auf modularem Bauen. Zuletzt haben wir uns schwerpunktmäßig mit ganzheitlichen, energieeffizienten Ansätzen auf Quartiersebene beschäftigt. Zukünftig wird es durch das breitere, etwas anders organisierte Spektrum an Projekten erweiterte Aufgaben geben. Ich hoffe natürlich, dass die „Projektakquise“ so schnell wie möglich wieder auf die Agenda kommt und wir neue, spannende Projekte entwickeln können.“

Wie kamen Sie zu der heutigen Funktion und welche Ausbildung und Fähigkeiten braucht es, um Ihre Position auszufüllen?

Till Naumann: „Ich habe Architektur studiert und danach klassisch als Architekt in allen Leistungsphasen gearbeitet, komme also eher von der technischen Seite. Berufsbegleitend habe ich während meiner Tätigkeit eine kaufmännische Zusatzausbildung mit dem Schwerpunkt Projektentwicklung abgeschlossen. Da wir im Arbeitsalltag tatsächlich mit beiden Themen konfrontiert werden – also der Technik und den Zahlen – ist das eine gute Basis für die Projektarbeit. Aber ich kann auch sagen: Mit jeder Projektentwicklung kommen neue Themen hinzu und „ausgelernt“ gibt es da nicht! (lacht) Unabhängig von den Ausbildungsschwerpunkten ist es daher entscheidend, im Projektteam eine Idee und Ziel für das jeweilige Projekt zu entwickeln und dann gemeinsam konsequent daran zu arbeiten. Das vielleicht wichtigste, was ich dafür als Architekt gelernt habe: Ein Projekt konzeptionell zu denken, in Fachdisziplinen gemeinsam zu entwickeln und, wenn es sein muss, auch gegen Widerstände zu verteidigen.“

Wie sehen die typischen Aufgaben in Ihrem Bereich aus?

Till Naumann: „Meine typische Aufgabe ist es, im Projekt mit all seinen Facetten den Überblick zu behalten. Als Projektleiter musst du zu jedem Zeitpunkt zu – fast – allen Themen Bescheid wissen und darauf achten, dass alles nach Plan läuft. Die kaufmännische Bandbreite reicht von Kalkulation bis Abrechnung. Die technischen Themen reichen von der ersten Skizze bis hin zur mängelfreien Übergabe der Wohnungen. Nicht zu vergessen die emotionale Bandbreite: Als Projektleiter ist man Ansprechpartner für ein breites Spektrum an Menschen. Das geht von Anwohnenden, die gut informiert werden müssen über Kontakte zu Ämtern und Behörden bis hin zur Steuerung von technischen Dienstleistern. Da muss man auch oft einen kühlen Kopf bewahren… In einem zuletzt fertig gestellten Projekt hat ein beauftragtes Bauunternehmen bei Tiefbauarbeiten einen Abwasserkanal zubetoniert! In der Nachbarschaft hat sich das Abwasser dann im Keller gesammelt… Solche unvorhersehbaren Themen können, bei bester Planung, eben auch passieren und dann muss man professionell und lösungsorientiert damit umgehen. Auf der anderen Seite gibt es die schönen Momente. Dazu gehören Spatenstiche oder Richtfeste, die wir gemeinsam feiern mit allen, die an einem solchem Neubauprojekt beteiligt sind.“

Worin liegen die Herausforderungen und Chancen in Ihrem Tätigkeitsbereich?

Till Naumann: „Die ganz große Herausforderung ist momentan die Kalkulierbarbeit. Aktuelle geo- und finanzpolitische Rahmenbedingungen ergeben eine Gemengelage aus steigenden Zinsen, Materialknappheit und hohen Baukosten. Das macht es immer anspruchsvoller, Projekte zu kalkulieren. Auf der anderen Seite ist der Bedarf an Wohnraum weiterhin groß. Es wäre eine Chance, vor dem Hintergrund der ambitionierten Wohnungsbau-Ziele die zuletzt immer höher geschraubten gesetzlichen Anforderungen in Teilbereichen wieder etwas zu vereinfachen… Auch sehe ich die Chance auf attraktive neue Fördermodelle, um die Nachhaltigkeitsziele der Bundesregierung im Wohnungssektor zu erzielen. Dies wird zwar eher den Bestand betreffen, aber gerade auf Quartiersebene gibt es sicherlich einige Synergien im Zusammenspiel mit dem Neubau. Die größte Chance in meinem Bereich ist aber, dass wir mit dem, was wir planen, die gebaute Umwelt der Zukunft bestmöglichst mitgestalten können!“

Mitgestalten ist ein gutes Stichwort. Sie haben in Darmstadt ein besonderes Nachverdichtungsprojekt. Was zeichnet dieses Projekt aus?

Nachhaltige Nachverdichtung: BUWOG-Projekt in Darmstadt. Visualisierung: BUWOG
Nachverdichtung: Projekt in Darmstadt. Visualisierung: BUWOG

Till Naumann: „Ja, als ich die Chance bekommen habe in Darmstadt eine Quartierentwicklung zu übernehmen, habe ich mich persönlich sehr gefreut. In Darmstadt habe ich studiert. Hier sind meine drei Jungs zur Welt gekommen. Darmstadt ist mit sehr ans Herz gewachsen. Für einen ‚Lokalpatrioten‘ liegen Freud und Leid wie so oft nah beieinander: 2021 wurde die Mathildenhöhe zum Weltkulturerbe ernannt, 2022 sind die Lilien knapp am Aufstieg vorbei geschrammt! (lacht) Aber dieses Jahr sieht es für unseren Club wieder sehr gut aus, da heißt es Daumen drücken. Bei unserem Projekt in Darmstadt geht es darum, in einer bestehenden Wohnanlage Neubauten zu ergänzen und das Wohnumfeld aufzuwerten. Die sogenannte Postsiedlung im südlichen Darmstadt wurde ursprünglich mal als Wohnraum für den Öffentlichen Dienst konzipiert, später dann privatisiert. Die Lage ist toll, aber die einfache Reihung von Zeilengebäuden hat architektonisch aus heutiger Sicht noch Luft nach oben. 2020 wurde in einem Gutachterverfahren ein kluges städtebauliches Konzept gesucht, um die starren Strukturen aufzulösen. Wie kann man dabei sowohl Verbesserungen für die aktuellen Bewohner:innen schaffen und zugleich bezahlbaren und nachhaltigen Wohnraum für neue Mieter:innen? Das Ergebnis finde ich sehr gelungen: Spannende Architektur in polygonalen Gebäudekörpern mit 91 Wohneinheiten, die sich gut einfügen. Darüber hinaus gibt eine komplette Umgestaltung des Wohnumfelds mit einem größtmöglichen Erhalt an Bäumen, Regenwasserversickerung und überdachten Fahrradstellplätzen. Und zu guter Letzt ein innovatives Energiekonzept, welches basierend auf Nahwärme und regenerativen Energien den Zielwert des Klimapfads für das Gesamtquartier bereits 2025 deutlich unterschreitet. Der Rohbau wurde grade pünktlich fertig gestellt.“

Was glauben Sie – wie wohnen wir in Zukunft?

Till Naumann: „Wohnen war und ist unglaublich individuell. Sicherlich werden Digitalisierung und innovative Mobilität zukünftig eine große Rolle spielen und damit eventuell auch wieder eine Bevorzugung des ländlichen Raums. Toll wäre es, wenn Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit möglichst viele Menschen sorgenfrei und nach ihren eigenen Vorstellungen wohnen können – sei es in Wohngruppen, Wohngemeinschaften, Patchwork-Familien oder auch völlig abgeschieden. Aus meiner Sicht muss es daher Ziel sein, Typologien zu entwickeln, die zukünftige Nutzer nicht einschränken, sondern im Gegenteil den Raum zur Entfaltung bieten.“

Glücklich wohnen: Was bedeutet dieses Motto der BUWOG für Sie ganz persönlich?

Till Naumann: „Tja, je nach Lebensphase würde ich diese Frage vermutlich etwas anders beantworten! Früher, als Student konnte ich nicht nahe genug am Zentrum wohnen. Wichtig waren ein funktionierender WG-Kühlschrank und lärmtolerante Nachbarn… Heute bin ich glücklich über meinen Garten, in dem die Kinder spielen und wo ich mit Familie und Freunden grillen und feiern kann. Was beide Lebensphasen verbindet, ist eine idealerweise ausgewogene Kombination aus Räumen zur individuellen und gemeinschaftlichen Nutzung. Glücklich wohnen bedeutet für mich in Summe also, Raum für die bestmöglichste Entfaltung und Bedürfnisse in den jeweiligen Lebensphasen zu haben.“

Steckbrief

„Von Geburt aus Niedersachse, im Herzen Hesse‘, auch wenn ich bis heute „net rischtisch babbele“ kann. Gerne gesellig mit Familie und Freunden + beim Joggen, Fahrrad fahren und Basketball so oft es geht in Bewegung. In den ruhigen Minuten auch mal ein Buch, Herrndorf, Kracht oder Regener kann ich sehr empfehlen.“ 

Liebstes Zitat:

„Man muss seinen Geist wachhalten, arbeiten, anderen die Hände reichen, lachen, weinen, das Leben intensiv auskosten. Es dauert nur einen Hauch.“

(aus einem Interview mit Oskar Niemeyer)

 


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Michael Divé

Über den Autor

Michael Divé

Michael Divé ist Teamleiter Kommunikation und Pressesprecher der BUWOG in Deutschland.

Er leitet die Unternehmenskommunikation und die digitalen Kanäle der BUWOG in Deutschland und moderiert den Podcast GLÜCKLICH WOHNEN. Nach seinem Studium der Medienwirtschaft an der Hochschule RheinMain in Wiesbaden und Toulouse (Frankreich) war er als Journalist und Medienmanager für verschiedene Medien und Unternehmen tätig.