Eine Weltausstellung im Herzen Europas
Eine Weltausstellung in und für Europa: Initiator Henning Wehmeyer, EXPO 2035 Berlin GmbH. Foto: Divé
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Eine Weltausstellung im Herzen Europas

Weltausstellungen waren immer Impulsgeber für Architektur, Innovation und Stadtentwicklung: Der Eiffelturm wurde für die Weltausstellung von 1889 in Paris gebaut, die Zwillingstürme „Bosco verticale“ für die EXPO in Mailand 2025. Was kann eine Weltausstellung heute leisten? Ein Interview mit Initiator Henning Wehmeyer.

 

Die großen Weltausstellungen waren öffentliches Forum für die großen Fragen ihrer Zeit und Spiegel der Gesellschaft. Der Eiffelturm, der das monumentale Eingangstor zur Weltausstellung von 1889 in Paris darstellte, markierte den technischen Fortschritt. Unvorstellbar, was mit dem Baustoff Stahl möglich war! Und: Zugleich wurde der Eiffelturm damals hart diskutiert, teile der damaligen Architekturszene forderten gar den Abbau des Turms.

 

Die letzte EXPO in Europa fand in Mailand 2015 statt und gilt als ein Katalysator für die Begrünung des Stadtbildes. Die beiden begrünten Wohntürme Bosco Verticale „die „vertikalen Wälder“ wurde dafür gebaut – Symbol für ein neue, grüne Stadt, die Architektur und Biodiversität verbindet.

Lösungen aus der breiten Mitte der Gesellschaft

Nun wird aktuell gearbeitet an einer besonderen EXPO 2035, die nach Berlin kommen könnte. Im Podcast-Interview dazu ist Henning Wehmeyer, Geschäftsführer der EXPO 2035 Berlin GmbH. Ein Gespräch über die Perspektiven einer Weltausstellung aus der Breite der Gesellschaft heraus und mitten in Europa. Die Besonderheit: „Wir sehen die Stadt als klimaneutrale Metropole und als globales Schaufenster für Nachhaltigkeit entsprechend der 17 Nachhaltigkeitsziele der UN-Charta. Das steht im Zentrum des Konzepts der EXPO 2035 Berlin.“

 

Für die Initiatoren ist klar, dass eine Weltausstellung aber kein lokales Event ist, sondern Lösungen, Innovationen und Diskurs ermöglichen muss über die Region hinaus. Und: Fragen von Klimawandel, neuer Mobilität und Resilienz beantworten kann, die für Städte in der ganzen Welt relevant sind.

 

„Neben einem zentralen EXPO-Gelände soll es die Satelliten-Events geben und Kiez-Labs, bei denen in den Kiezen und Stadtteilen beteiligte Initiativen und Akteure ihre Themen vorstellen können“. Also: Eine echte Mitmach-EXPO, bei der die Gestaltungsfreude der Vielen genutzt wird und die zeigen soll „was Demokratie kann“, so Wehmeyer.

 

So könnte das EXPO-Gelände aussehen. Entwurf: gmp Architekten
So könnte das EXPO-Gelände aussehen. Entwurf: gmp Architekten

Diskussion, Freude an Gestaltung und das Ringen um Lösungen für die Fragen unserer Zeit – und gleichzeitig kann es ikonische Architektur geben. Denn in Zusammenarbeit mit der Initiative EXPO 2035 hat das renommierte Büro Gerkan, Marg und Partner erste Visualisierungen vorlegt für die Bauten der Weltausstellung. Als verbindendes Element ist eine die Expo Plaza im Zentrum der Weltausstellung konzipiert. An sie grenzen im Entwurf von gmk die Arena, der Deutschland-Pavillon sowie der Berlin-Pavillon, während ein filigraner Aussichtsturm mit scheinbar schwebenden Glas-Ringen als Wahrzeichen der EXPO in Erscheinung tritt.

 

Apropos Ringe: Für 2036 steht die Olympia-Bewerbung Berlins in Rede, die Internationale Bauausstellung könnte für einen Zeitraum von 2034 bis 2037 anstehen. Viel los, aber für Henning Wehmeyer eine perfekt Ergänzung. Denn das, was als nachhaltige Infrastrukturen und verbesserte Mobilität zur EXPO fertig sei, könne man sinnvoll für Olympia nutzen.

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Michael Divé

Über den Autor

Michael Divé

Michael Divé ist Teamleiter Kommunikation und Pressesprecher der BUWOG in Deutschland.

Er leitet die Unternehmenskommunikation und die digitalen Kanäle der BUWOG in Deutschland und moderiert den Podcast GLÜCKLICH WOHNEN. Nach seinem Studium der Medienwirtschaft an der Hochschule RheinMain in Wiesbaden und Toulouse (Frankreich) war er als Journalist und Medienmanager für verschiedene Medien und Unternehmen tätig.