Upcycling: Neuer Schick für alte Planen
Früher Bauzaun-Plane, jetzt Umhängetasche: Upcycling-Projekt der BUWOG. Foto: Michael Divé
Wohnen

Upcycling: Neuer Schick für alte Planen

Bei der Baustelleneinrichtung sind Bauzaun-Planen einfach unerlässlich, das gilt auch für die Neubauprojekte der BUWOG. Doch was passiert mit diesen alten Bauzaunplanen?

 

Die BUWOG betreibt hier zusammen mit der Taschenmanufaktur TITA Berlin ein schlaues Upcycling, das auch noch gut aussieht: Aus alten Planen werden neue Taschen gefertigt!

Wir sprechen mit Gründerin Kerstin Janssen von TITA Berlin über diesen nachhaltigen Ansatz.

 


„Eine Welt ohne Abfall wäre ganz wunderbar“


 

Frage: Frau Janssen, seit wann gibt es TITA Berlin?

Kerstin Janssen: „Die Taschen-Manufaktur TITA Berlin gibt es seit 2002. Angefangen hat mal alles mit der Produktion von Messenger-Taschen. Die Idee kam gut an und wir haben das Angebot seitdem kontinuierlich ausgebaut.“

 

Mesh-Gewebe oder Banner aus Lkw-Plane bekomtm als hochwertige Taschen eine zweite Chance. Foto: Michael Divé
Mesh-Gewebe oder Banner aus Lkw-Plane bekommen als Taschenmaterial eine zweite Chance. Foto: Michael Divé

Wie kamen Sie denn auf die Idee, Taschen aus alten Planen zu fertigen?

„Die Anfragen, Taschen aus alten Planen zu fertigen, kamen ganz von alleine. Das Bewusstsein für Nachhaltigkeit wächst immer mehr und damit auch der Bedarf diese Materialien zu recyceln. Das Material ist aber ein besonderes und entsprechend speziell ist die Verarbeitung – diese Nische haben wir ausgebaut.“

 

Erinnern Sie sich noch an Ihren ersten Auftrag?

„Ja, daran erinnere ich mich noch gut. Ein Unternehmen hatte meine Messenger-Taschen gesehen und die Idee gehabt, aus seinen alten Werbe-Bannern solche Taschen bei mir fertigen zu lassen. Diese ersten Taschen habe ich damals noch ganz ohne Branding angefertigt. Die Taschen mit eingenähten Stoff-Etiketten oder Aufdrucken zu branden, diese Idee kam erst später. Die Nachfrage ist groß. Neben der BUWOG zählten schon die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung und die Deutsche Guggenheim zu unseren Kunden.“

 

3 BUWOG-Taschen aus Bauzaunplane
BUWOG-Taschen aus Bauzaunplane

Recycling ist ein wichtiges Thema auch im Baubereich. Sie betreiben sogar Upcycling – was ist hier Ihre Vision? Eine Welt ganz ohne Abfall?

„Tja, eine Welt ohne Abfall wäre ganz wunderbar! Tatsächlich versuche ich persönlich Stück für Stück Abfall in meinem eigenen Haushalt zu reduzieren. In einigen Bereichen klappt das schon ganz gut. Zum Beispiel kann man festes Haar-Shampoo verwenden, statt Flüssig-Shampoo in Plastikflaschen, die nach einmaliger Benutzung weggeworfen werden. Nach diesem Beispiel kann man vieles umsetzen um die Müllmengen zu reduzieren.

Im Betrieb drucken wir unsere Rechnungen nur noch auf Recycling-Papier und haben umweltfreundliche Versandverpackungen, die komplett ins Altpapier gehören. Und viele Dinge lassen sich nicht nur recyceln, also mehrfach im Kreislauf verwenden. Vieles kann man im Alltag einem Upcycling zuführen. Ganz aktuell kann man natürlich aus alten Hemden oder alter Bettwäsche praktische Gesichtsmasken anfertigen.

Wir bei TITA Berlin werfen auch so gut wie keine Materialreste weg. Die Reste werden zu kleinen Etuis oder Schlüsselanhängern verarbeitet und als hübsche Unikate im Shop verkauft.“

 

Liebe im Detail: Jede Tasche ist ein Unikat. Foto: Michael Divé
Liebe im Detail: Jede Tasche ist ein Unikat. Foto: Michael Divé

Geben Sie uns drei praktische Tipps: Was können wir tun, um den Upcycling-Gedanken zu unterstützen?

„Wer mit offenen Augen durch die Stadt geht, wird bereits viele Angebote und Möglichkeiten dafür finden. Ein Tipp: In Berlin gibt es den Materialhof „Kunststoffe“.

Viele Materialien, die man nicht mehr benötigt, kann man dort abgeben. Wir geben dort beispielsweise immer unsere XL-Papprollen ab, oder auch Planen, die wir selbst nicht verwerten können. Der Hof dient als Materiallager für Künstler und Kreative. Auch „Repair-Cafés“ gibt es mittlerweile in jedem Stadtteil, hier kann man Dinge reparieren, basteln, veredeln und nicht zuletzt Gleichgesinnte treffen.

Schön finde ich, wenn man Sachen, die man nicht mehr benötigt einfach weitergibt. Bei uns im Haus hat sich das sehr eingebürgert. Die Hausbewohner stellen einfach die Dinge, die vielleicht noch schön sind, aber nicht mehr benötigt und verwendet werden können, einfach auf die Briefkästen. Wer mag, bedient sich und gibt dem Gegenstand eine zweite oder dritte Chance.“

 

Das Motto der BUWOG lautet „glücklich wohnen“. Was bedeutet das für Sie persönlich?

„Ich mag lebendige Kieze, mit kleinen Läden und kleinen Bars, die zum Entdecken einladen. Ich wohne im Dachgeschoss über den Dächern von Berlin mit einer großen Terrasse. Dort oben kann man kann sehr schön zur Ruhe kommen und unten kann man sich, in der Mitte von Berlin, wieder ins Großstadtleben stürzen. Das finde ich die perfekte Mischung.“

 


„Ich mag lebendige Kieze – mit kleinen Läden und kleinen Bars, die zum Entdecken einladen.“

Kerstin Janssen

 


Über TITA Berlin

Die Taschenmanufaktur für Lenkertaschen, Fahrradtaschen, Kulturtaschen und Etuis – dafür steht TITA Berlin in Berlin-Weißensee (Große Seestraße 121, 13086 Berlin). Wer alte Werbebanner oder Planen hat, kann diese bei TITA BERLIN nach Wunsch zu nachhaltigen Taschen – zum Beispiel als Werbe- oder Mitarbeitergeschenke – umarbeiten lassen.

 

Für Herbst 2020 ist ein zusätzlicher Pop-Up-Store geplant: In der schönen Wandelhalle vom S-Bahnhof Bornholmer Straße schlummert seit Jahren eine Ladenfläche vor sich hin – genau dort wird TITA Berlin gemeinsam mit dem Modelabel Krill Berlin ab 1. September einen temporären Pop-Up-Store eröffnen. Das normale Geschäft bleibt parallel bestehen.

 

Michael Divé

Über den Autor

Michael Divé

Zuständigkeit bei der BUWOG: Senior Manager Marketing & Communications und Pressesprecher Deutschland.

Michael Divé (41) leitet die Unternehmenskommunikation und digitalen Kanäle in Deutschland. Nach seinem Studium der Medienwirtschaft an der Hochschule RheinMain in Wiesbaden und Toulouse (Frankreich) war er als Journalist und Medienmanager für verschiedene Medienunternehmen tätig. Seit 2010 verantwortete er in verschiedenen Unternehmen aus Handel- und Dienstleistungsbereich die Bereiche Digitale Kommunikation und Marketing. Heute gestaltete er bei der BUWOG mit seinem Team im Bereich Marketing & Kommunikation die Verbindung zu Medien und Öffentlichkeit und sorgt für die richtigen Botschaften über alle Kanäle.

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