Glücklich wohnen und arbeiten: Herausforderungen in der Corona-Krise
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Glücklich wohnen und arbeiten: Herausforderungen in der Corona-Krise

Unser Motto „Glücklich Wohnen“ ist in diesen Zeiten gefragter denn je. Doch dazu bedarf es mehr als eine gute Lage und großzügige Zimmer. Räumliche und soziale Isolation zeigen auf, dass es Eigeninitiative und Engagement braucht, um sich zu Hause − beruflich wie privat − wohlzufühlen.

 

Plötzlich ging es dann ganz schnell. Von vielen lange weggelächelt, war unser Land und bald fast ganz Europa innerhalb weniger Tage im Krisenmodus. Zur gesundheitlichen Krise offenbarten sich schnell die Ausmaße der wirtschaftlichen Auswirkungen. Und wir alle mussten unser Leben radikal umstellen. Sowohl im Privaten als auch im beruflichen Alltag gilt es bisher ungeahnte Herausforderungen zu meistern.

 

Viele sind jetzt aufgrund der sozialen Isolation auf sich alleine gestellt und müssen mit psychischen Belastungen zurechtkommen. Während die einen auf direkten Kontakt mit ihren Liebsten verzichten müssen, sind andere damit konfrontiert, mit mehreren Personen auf längere Zeit und auf engem Raum beisammen zu sein. In jedem Fall können dadurch die eigenen vier Wände zur Belastung werden. Die Quarantäne zeigt uns, dass „Glücklich wohnen“ nicht nur von äußeren Umständen abhängt. Zugegeben sind jene jetzt besonders bevorzugt, denen eine größere Wohnfläche, ein Balkon oder gar ein Garten zur Verfügung steht.

Doch glücklich wohnen und arbeiten zu Hause beginnt im Kopf. Wenn einem bei all den schlechten Nachrichten die Zuversicht verloren geht, sollte man sich auf die Kraft des positiven Denkens besinnen. Trotz der Not, die die Corona-Krise auslöst, ist es wichtig, sich eine positive Grundeinstellung zumindest teilweise zu bewahren oder zurückzugewinnen. Außerdem liegt in jeder Krise eine Chance und aus der Not kann man bekanntlich eine Tugend machen. Wir haben in dieser verordneten Ausnahmesituation die Chance, Dinge aus anderen Perspektiven wahrzunehmen, sich Zeit zu nehmen für lange aufgeschobene Pläne, zu sich zu kommen und neu zu bewerten, wo die persönlichen Wertigkeiten und Bedürfnisse liegen.

 

 

 

Ideen für ein Wohlbefinden zu Hause

 

Die größte Umstellung betrifft wohl für die meisten das Arbeiten zu Hause. Unzählige Regeln werden dieser Tage aufgestellt, wie man sich am besten im Home-Office einzurichten hätte. Man solle auch daheim tunlichst Arbeitskleidung tragen und die Bürozeiten einhalten, um ein gewisses Maß an gewohnter Alltags-Struktur aufrechtzuerhalten.

 

Am besten ist es wahrscheinlich, für sich selbst herauszufinden, wie man sich am wohlsten fühlt und am leistungsfähigsten arbeitet. Ein paar Tipps scheinen sich aber bewährt zu haben. So hilft ein strukturierter Tagesablauf trotz ungewohnter Umgebung die Übersicht zu bewahren: von der Morgenroutine bis zu To-Do-Listen und gemeinsamen Skype-Kaffeepausen − schaffen wir uns die Infrastruktur, die uns fehlt!

 

Viele finden zu Hause allerdings nicht dieselben komfortablen Bedingungen vor wie im Büro. Notebook und Holzsessel statt großer Monitor und ergonomischer Bürostuhl bedeuten auch, dass wir auf Körperhaltung achten und nicht auf regelmäßige Entspannung und Ausgleichsübungen vergessen sollten. Ebenso wichtig scheint es, Pausen einzuhalten und die Pausen – vermutlich sind es zu Hause mehr als im Büro – nicht am Schreibtisch zu verbringen.

 

So viel, so gut. Doch wie verbringe ich den Feierabend und was mache ich, wenn die Wochenenden plötzlich lang werden? Home-Office ist nur ein Teil unserer neuen Alltagswelt. Wir haben einige Ideen zusammengestellt, mit denen auch eine längere Zeit zu Hause zur Bereicherung werden kann:

 

  • Wohnung umgestalten: Möbel umstellen, mit Osterschmuck dekorieren
  • Ordnung schaffen: Laden ausmisten, Wintergewand verstauen, Hamstereinkauf stapeln
  • Frühlingsputz: Fenster putzen und den Lurch verjagen
  • Bekanntschaften auffrischen: Austausch mit Freunden und alte Kontakte aufleben lassen
  • Sport: Körperliche Auslastung ist umso wichtiger, je kürzer der Weg zum Schreibtisch ist, egal ob Zwischendurch-Liegestütze oder ein Stiegenhaus-Treppenlauf
  • Kreativität ausleben: im Corona-Tagebuch in Bild oder Text die Emotionen rauslassen
  • Sprache lernen: viele Online-Angebote sind gerade für Anfänger ein toller Start
  • Meditation: zur Ruhe kommen sei gelernt, zahlreiche Youtube-Videos helfen die richtige Technik anzuwenden
  • Planen & Strukturieren: Tägliche Routinen und Vorausplanung schaffen ein angenehmes Gefühl des Überblicks und geben Sicherheit
  • Spielen: Stadt-Land-Fluss via Skype sorgt ebenso für Spaß wie Kartenspielen mit den Kumpels auf unterschiedlichen Online-Spieleplattformen
  • Kultur genießen: zahlreiche Künstler sind jetzt vermehrt auf Social Media aktiv (Lesungen, Konzerte, Kabarett), viele Kulturinstitutionen stellen Aufführungen online zur Verfügung
  • Gut kochen: Essen macht glücklich, aufwendigen Backkreationen und kreativen Gerichten sind jetzt keine Grenzen gesetzt

 

 

 

Stay positive: die Chancen der Krise

 

Viele Menschen leben derzeit verständlicherweise in Angst und Unsicherheit. Wie wird sich der Virus weiterverbreiten, welche Auswirkungen auf unsere Wirtschaft müssen wir befürchten, wie lange dauern die Maßnahmen zur Einschränkung des Virus an? Wird es jemals wieder so wie davor?

 

Um nicht in Depression und Verzweiflung zu verfallen, hilft nicht nur eine regelmäßige Nachrichtenpause, sondern auch ein Blick auf die positive Seite, die jede Krisensituation mit sich bringt. Krise kommt aus dem griechischen Verb krī́nein (κρίνειν), was so viel wie „scheiden, trennen, auswählen, entscheiden“ bedeutet. Die Krise ist auch der Moment, in dem wir Entscheidungen für unsere Zukunft treffen können. Hier unser Best-of der positiven Gedanken:

 

  • Erholung für das Klima: Unser Planet bekommt eine Verschnaufpause. Ein großer Teil des Co2-Ausstoßes fällt derzeit weg, Tiere könnten sich ihren Lebensraum zurückerobern, die Luftqualität in vielen Regionen hat sich stark verbessert. Vielleicht führt uns dies die Wirksamkeit aktiver Klimapolitik vor Augen.

 

  • Zusammenhalt: Gemeinschaft und Solidarität werden wieder großgeschrieben. Krisenzeiten zeigen besonders deutlich, was auch ansonsten gilt: Wir alle, allen voran die Schwächsten unserer Gesellschaft, sind auf Mitgefühl und gegenseitige Unterstützung angewiesen.

 

  • Entschleunigung: Das soziale und ökonomische Leben ist weitgehend heruntergefahren, was eine ungemeine Entschleunigung nach sich zieht. Darin liegt für jeden einzelnen eine Chance, inne zu halten und sich gewahr zu werden, was einem wirklich wichtig ist. Vielleicht ist nun auch einfach genug Zeit, um lang gehegte Pläne umzusetzen, endlich wieder zur Gitarre zu greifen oder einen alten Freund zu kontaktieren.

 

  • Wertschätzung: Viele Menschen am Rand der Gesellschaft rücken jetzt ins Zentrum unserer Aufmerksamkeit. Und wir verstehen erst, wie sehr wir auf ihre tägliche Arbeit angewiesen sind: all die Berufe, die unsere Infrastruktur aufrechterhalten, uns schützen, pflegen, heilen und mit dem Wichtigsten versorgen. Die Bedeutung dieser Jobs spiegelt sich nicht immer im Gehalt oder in einer angemessenen gesellschaftlichen Wertschätzung.

 

  • Selbsterkenntnis: Viele von uns merken durch die Bedrohungsszenarien des Corona-Virus und seinen Auswirkungen, wie gut es uns geht und in welch privilegierter Situation wir uns – trotz allem – befinden. Viele Menschen auf der Welt haben keinen gesicherten Zugang zu Lebensmitteln, sauberem Wasser und Seife sowie kostenloser medizinischer Betreuung. Doch auch innerhalb des Landes zeigen sich soziale Unterschiede deutlich. Aus dem Garten lassen sich leichter Forderungen nach Ausgangssperren stellen als aus der kleinen Mietwohnung, in der einem die Kinder keine Ruhe lassen.

 

  • Politische Chancen: Krisen zeigen Schwachstellen auf. Ob es um die Europäische Union oder um nationalstaatliche Defizite geht: Die offenbarten Schwächen lassen sich beheben, größere Reformen könnten umgesetzt werden, was uns für zukünftige schwierige Situationen besser rüstet.

 

Die letzten Tage und Wochen haben viele von uns vor riesige Herausforderungen gestellt. Einiges ließ sich vielleicht leichter meistern als gedacht. Mit anderen Schwierigkeiten werden wir uns noch eine Zeit lang herumschlagen müssen. Vieles bleibt offen und ungewiss. Doch wir tun gut daran, in den Veränderungen Chancen zu sehen. Sie sind vielleicht größer als wir glauben. Und sie sind es wert beachtet zu werden.

 

In diesem Sinne: Bleiben Sie zuversichtlich, bleiben Sie zu Hause und bleiben Sie gesund!

Über den Autor

Thassilo Hazod

Zuständigkeit bei der BUWOG: Junior Kommunikations- und PR-Manager

Bei der BUWOG tätig seit: März 2020

Mein Zuständigkeitsbereich umfasst die Betreuung diverser Kommunikationskanäle von Social Media über Intranet, Website und Unternehmensblog.
Vor meiner Tätigkeit in der BUWOG studierte ich Geschichte, Ethnologie sowie Sprachkunst und arbeitete als Journalist und freier Autor.
An meiner Arbeit bei der BUWOG schätze ich die vielseitigen, oftmals herausfordernden Aufgaben und die gegenseitige Unterstützung und Wertschätzung im Team.

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