Orange the World: geeint gegen Gewalt an Frauen
Panorama

Orange the World: geeint gegen Gewalt an Frauen

Ab dem 25. November bekennen weltweit Institutionen, Organisationen und Unternehmen wie die BUWOG Farbe: Als Zeichen des gemeinsamen Auftretens gegen Gewalt an Frauen erstrahlen ihre Gebäude in Orange. Doch was konkret vermag die Kampagne zu bewirken? Und wie kann jeder Einzelne einen Beitrag leisten?

 

Zwischen 25. November, dem „Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen”, und dem 10. Dezember, dem „Internationalen Tag der Menschenrechte”, findet jedes Jahr eine weltweite Kampagne statt: Orange The World. Auf dem gesamten Globus werden in diesen zwei Wochen orange beleuchtete Gebäude die gemeinsame Haltung gegen Gewalt an Frauen zum Ausdruck zu bringen. Die von der UNO initiierte Aktion soll die Sichtbarkeit dieses Themas erhöhen und zugleich zur Enttabuisierung beitragen. Denn allzu oft geschehen diese Gewaltakte im Verborgenen und es wird darüber geschwiegen.

 

Für die BUWOG ist freilich nicht nur die Wahl der Aktionsfarbe Orange, gleichsam die Unternehmensfarbe, ein Grund zum Mitmachen. Wir beschäftigen uns tagtäglich mit Wohnen, mit Innovationen, Modernisierung und Erhaltung von lebenswertem Wohnraum. Basis für „glücklich wohnen“ sind allerdings nicht nur die äußeren Umstände, sondern das friedvolle Zusammenleben der Menschen unter einem Dach. Und sich dafür zu engagieren und die öffentliche Aufmerksamkeit auf die weit verbreitete häusliche Gewalt zu lenken, bedeutet, vehement gegen Gewalt an Frauen aufzutreten. Es ist zudem aktuell zu befürchten, dass das Risiko auf häusliche Delikte in Zeiten der Pandemie, der Lockdowns und Ausgangsbeschränkungen noch weiter steigt.

 

Wir folgen dem Aufruf der UN Women und hoffen, dass sich diesem viele andere anschließen und man in Wien in den nächsten Tagen an den orangenen Fassaden nicht vorbeikommt! Unser neues Kunden- und Verwaltungszentrum an der hochfrequentierten 2-er Linie in der Wiener Innenstadt ist wie geschaffen, um deutlich und wirksam Farbe zu zeigen.

 

Das Kunden- und Verwaltungszentrum der BUWOG in oranger Beleuchtung bei Nacht. ©BUWOG / Stephan Huger
Globales Problem

Gewalt gegen Frauen bezeichnet jegliche Formen geschlechtsbezogener Gewalt. Sie kann körperlich, sexuell oder psychisch sein und betrifft weltweit Frauen aus allen Altersklassen, sozialen Schichten, Milieus und Kulturen. Und sie ist leider keineswegs ein Randphänomen oder gar im Verschwinden begriffen. Gewalt an Frauen ist vielmehr ein globales Problem, das in allen Ländern der Welt tagtäglich Leid verursacht. Wie viele Frauen betroffen sind, lässt sich vielerorts nicht genau eruieren, da ein Großteil aller Delikte durch den Partner bzw. Ehemann verübt und vor allem sexuelle Gewalt in vielen Gesellschaften tabuisiert oder akzeptiert wird. Weil Betroffene häufig aus Angst oder Scham von einer Anzeige absehen, muss von einer hohen Dunkelziffer an Gewaltopfern ausgegangen werden.

Die Kampagne läuft heuer Corona-bedingt hauptsächlich über Social Media. ©UN Women

 

Zahlen, die zum Handeln auffordern

Laut UN Women ist weltweit jede dritte Frau im Laufe ihres Lebens von physischer, psychischer und / oder sexueller Gewalt betroffen. Auch in Österreich stellt Gewalt gegen Frauen nach wie vor ein großes Problem dar. Allein in den ersten zwei Wochen des Jahres 2019 wurden vier Frauen ermordet. Alle vier Mordopfer standen mit den männlichen Tätern in einem Familien- oder Beziehungsverhältnis. Diese Zahlen sind alarmierend und bilden trotzdem nur die Spitze des Eisberges. 20 Prozent aller österreichischen Frauen ab 15 Jahren waren bereits Opfer körperlicher und / oder sexueller Gewalt. 35 Prozent aller Frauen in Österreich wurden bereits sexuell belästigt.

 

 

 

Orange als Warnfarbe und Hoffnungsschimmer

Angesichts dieser Zahlen und der Faktenlage kann sich wohl niemand untätig zurücklehnen. Denn eines ist wohl klar: So sehr das Problem oft im Privaten verortet ist, so sehr kommt es deshalb auf das persönliche Engagement und die Zivilcourage jedes Einzelnen an, um Gewalt zu verhindern bzw. aufzuzeigen. Auf der anderen Seite muss auch der Staat tätig sein, Präventionsmaßnahmen umsetzen und Rechtsschutz für Opfer sicherstellen. Einen echten Meilenstein stellt dabei die sogenannte „Istanbul-Konvention“ dar. In der 2014 in Kraft getretene „Europaratskonvention zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt“ verpflichteten sich 46 Länder, darunter Österreich, dazu, gemeinsame Standards zum Schutz von Frauen gegen alle Formen von Gewalt zu implementieren. Wie viel davon bereits realisiert wurde, muss Österreich laut Bundeskanzleramt im Jänner 2021 in einem Bericht vorlegen.

Der BUWOG-Standort in der Rathausstraße ist geradezu prädestiniert, um ein weithin sichtbares Zeichen zu setzen. ©BUWOG / Stephan Huger

 

Wenn nun in der dunkelsten Zeit des Jahres weltweit Häuser in Orange erstrahlen, so soll dies nicht nur ein Warnzeichen für die Missstände, sondern auch ein orangener Hoffnungsschimmer sein. Für die BUWOG ist es als Unternehmen, das sich mitten in der Gesellschaft verortet und „glücklich wohnen“ als Maxime ihrer Arbeit ansieht, ein echtes Anliegen an „Orange The World“ mitzuwirken. Wenn sich PassantInnen, BesucherInnen oder AutofahrerInnen über die Beleuchtung wundern, auf unseren Infoscreens von der Aktion lesen und dadurch das Bewusstsein über das Thema zunimmt, dann haben wir schon viel gewonnen. In Österreich beteiligten sich 2019 rund 130 Gebäude. Hoffen wir, dass es heuer noch mehr sind.

 

Daten-Quelle: unwomen.at

 

 

Über den Autor

Thassilo Hazod

Zuständigkeit bei der BUWOG: Interne Kommunikation, Social Media und PR

Thassilo Hazod verantwortet die Betreuung diverser Kommunikationskanäle von Social Media über Intranet, Inhouse TV, Website und Unternehmensblog.
Vor seiner Tätigkeit in der BUWOG studierte er Geschichte, Ethnologie sowie Sprachkunst und arbeitete als Journalist, Lektor und freier Autor.

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