Gebäude bergen ein enormes Potenzial für Klimaschutz und Kosteneffizienz. Durch thermisch-energetische Sanierungen und den Umstieg auf erneuerbare Heizsysteme lassen sich Energieverbrauch und Emissionen deutlich reduzieren. Davon profitieren Klima, Geldbörse und Wohnkomfort gleichermaßen – klimaaktiv zeigt, wie es geht.
Mehrfamilienhäuser sind ein zentraler Bestandteil der österreichischen Wohnlandschaft und zugleich ein Schlüssel zur Energiewende. Laut Statistik Austria entfällt mehr als die Hälfte der gesamten Wohnfläche auf Gebäude mit mehreren Wohneinheiten. Viele dieser Gebäude wurden jedoch vor 1980 errichtet, sind unzureichend gedämmt und weisen eine niedrige Energieeffizienz (Energieeffizienzklasse C oder schlechter) auf. Zudem werden sie häufig noch mit fossilen Energieträgern wie Gas oder Öl beheizt. Diese Kombination aus alter Bausubstanz und fossiler Wärmeversorgung führt zu einem hohen Energieverbrauch, steigenden Heizkosten und erheblichen CO₂-Emissionen. Eine umfassende thermisch-energetische Sanierung und der schrittweise Umstieg auf erneuerbare Heizsysteme sind daher entscheidende Hebel für Klimaschutz, Kosteneffizienz und mehr Wohnkomfort.
Vorteile sanierter Gebäude für Bewohner:innen
Für Bewohner:innen bietet ein saniertes oder neues Gebäude weitaus mehr Vorteile als nur geringere Heizkosten. Eine gut gedämmte Gebäudehülle sorgt für stabile Raumtemperaturen und ein angenehmes Wohnklima: Im Winter bleibt die Wärme länger erhalten, im Sommer heizen sich die Räume weniger auf. Durch moderne Fenster, kontrollierte Lüftung und eine verbesserte Luftdichtheit steigt zudem die Luftqualität, während das Risiko von Schimmelbildung sinkt. Das fördert Gesundheit und Wohlbefinden. Hinzu kommen spürbare Einsparungen bei den Energiekosten, die über die Jahre deutlich ins Gewicht fallen – ein Vorteil, der in Zeiten volatiler Energiepreise zusätzliche Planungssicherheit schafft. Auch der Außenlärm wird durch neue Fenster und Fassadendämmungen deutlich reduziert, was für mehr Ruhe und Lebensqualität sorgt. Nicht zuletzt steigt der Immobilienwert. So wird die Sanierung zu einem ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Gewinn für Bewohner:innen.
Schrittweise Sanierung: erst die Hülle, dann die Heizung
Ein bewährtes Vorgehen ist eine Sanierung in zwei Etappen. Zunächst wird die Gebäudehülle verbessert – etwa durch Dämmung, neue Fenster, luftdichte Anschlüsse und moderne Lüftungssysteme. Anschließend folgt die Modernisierung des Heizsystems. Diese Reihenfolge hat einen entscheidenden Vorteil: Eine gut gedämmte Gebäudehülle senkt den Energiebedarf erheblich, sodass die neue Heizanlage kleiner, günstiger und effizienter dimensioniert werden kann. Ist eine thermische Sanierung zunächst nicht möglich, kann der Heizungstausch auch vorgezogen werden, beispielsweise wenn alte Gasthermen ersetzt werden müssen.
Praxisbeispiele: BUWOG setzt trotz herausfordernder Rahmenbedingungen Klimapfadinvestitionen fort
Aktuelle Projekte der BUWOG zeigen, dass umfassende Sanierungen erfolgreich umgesetzt werden können. So wurden im Jahr 2025 u.a. in Klagenfurt und Gmünd mehrere Wohnanlagen vollständig thermisch-energetisch saniert.
In Klagenfurt wurde z.B. ein 1948 errichtetes Gebäude mit 24 Wohneinheiten umfassend modernisiert und es wurden ein Wärmedämmverbundsystem, ein Fenstertausch samt neuer Außenjalousien, der Austausch der Hauseingangsportale, die Dämmung der untersten Geschossdecke sowie eine Dachsanierung umgesetzt. Durch diese Maßnahmen konnte der Heizwärmebedarf (HWB), also die Energiemenge, die ein Gebäude zum Beheizen benötigt, von 81,1 auf 38,0 kWh pro Quadratmeter und Jahr gesenkt werden. Das bedeutet, dass das Gebäude nun weniger als die Hälfte der früheren Heizenergie benötigt, was die Energieeffizienzklasse deutlich verbessert und zur spürbaren Senkung der laufenden Heizkosten beitragen kann.
Ein Vorzeigebeispiel in Sachen Sanierung wurde auch in Gmünd umgesetzt. Das im Jahr 1984 errichtete Gebäude mit 16 Wohneinheiten wurde nach dem neuesten Stand der Technik saniert: Durch ein Wärmedämmverbundsystem, Vorsatzrollläden, die Dämmung der obersten und untersten Geschossdecken sowie eine Dachsanierung konnte der HWB von 56 auf 32,6 kWh/m²a reduziert werden. Auch hier wurde die Heizenergie um knapp die Hälfte gesenkt. Die Bewohner:innen profitieren nun – abhängig von ihrem Heizverhalten – von geringeren Kosten und mehr Wohnkomfort.
Zudem stellte die BUWOG im selben Jahr 176 Mieteinheiten von fossilen auf nachhaltige Heizsysteme wie Pellets und Fernwärme um, darunter eine große Anlage in Spittal an der Drau mit 47 Wohneinheiten sowie ein Projekt in Wolfsberg mit 43 Einheiten. Für die Bewohner:innen bringt der Umstieg auf Pellets oder Fernwärme viele Vorteile. Sie profitieren von stabilen und oft niedrigeren Energiekosten, da diese Systeme weniger von den schwankenden Weltmarktpreisen für Gas oder Öl abhängig sind. Zudem sind sie besonders wartungsarm und zuverlässig, was den Alltag erleichtert und die Heizsaison stressfreier macht. Da Gasthermen in den Wohnungen wegfallen, entfällt auch die regelmäßige Gerätewartung und Sicherheitsüberprüfung, was Zeit und Kosten spart. Gleichzeitig verbessert sich das Raumklima, da die Wärmeversorgung zentral gesteuert wird und gleichmäßiger erfolgt.
Die BUWOG weiß aus erster Hand, dass Sanierungen und Umstellungen auf nachhaltige Energieversorgung in Bestandsobjekten ein enormes Wirkungspotenzial darstellen. Als Unternehmen sieht sie sich als Teil der Lösung: nachhaltige Bestandssanierung bedeutet Verantwortung zu übernehmen, sowohl für die Umwelt als auch für die Menschen, die in ihren Gebäuden leben, aber auch für den langfristigen Werterhalt ihrer Immobilien. Zugleich wird der Weg zu einem klimaneutralen Wohnungsbestand davon abhängen, dass regulatorische und gesetzliche Vorgaben soziale Belange und wirtschaftliche Umsetzbarkeit gleichermaßen in den Blick nehmen.
Besser wohnen – heute und morgen
Die Beispiele zeigen: Werden Sanierung und Heizungstausch gut geplant und gemeinschaftlich umgesetzt, entstehen Lösungen, die zu einer verbesserten Energieeffizienz führen und für Bewohner:innen Kosten senken. Moderne Heizsysteme erhöhen die Zuverlässigkeit und eine gute Dämmung sorgt für Behaglichkeit das ganze Jahr über. Wer heute sanieren kann, schafft nicht nur ein angenehmeres Zuhause, sondern legt auch den Grundstein für dauerhaft wertbeständige und zukunftssichere Wohngebäude.