In unserer Serie „BUWOG persönlich“ stellen wir dieses Mal Martin Renezeder, tätig in der Stabstelle Special Projects Digitalisierung und Innovation, vor und sprechen mit ihm über das Thema Väterkarenz und seine persönlichen Erfahrungen.
Herr Renezeder, was ist Ihre Aufgabe bei der BUWOG?
Ich bin Teil der Stabstelle Digitalisierung und Innovation. In dieser Funktion unterstütze ich meine Kolleg:innen bei der Umsetzung digitaler Projekte – von der Anforderungsaufnahme und Konzeption über die Umsetzung und Einführung bis hin zur laufenden Weiterentwicklung. Durch meine Projektarbeit stehe ich in engem Austausch mit unterschiedlichen Abteilungen, auch länderübergreifend mit unseren Kolleg:innen in Deutschland.
Was hat Sie dazu motiviert, Väterkarenz in Anspruch zu nehmen?
Meine Frau und ich wollten uns die Betreuung unserer Kinder bewusst teilen. Uns war wichtig, dass wir beide die Entwicklung unserer Kinder in den ersten Lebensmonaten intensiv miterleben und eine enge Bindung aufbauen können. Gleichzeitig ermöglichte uns dieses Modell, jeweils nur für einen kürzeren Zeitraum beruflich abwesend zu sein und weiterhin aktiv im Berufsleben zu bleiben.
Wie hat die BUWOG Ihre Entscheidung unterstützt und welche Erfahrungen haben Sie mit der betrieblichen Begleitung gemacht – sowohl vor als auch während der Karenzzeit?
Die Väterkarenz war bei der BUWOG kein Neuland, es gab bereits erste Erfahrungen. Meine Führungskraft hat mir frühzeitig den Kontakt zu Kollegen vermittelt, die schon in Karenz waren. Dadurch konnte ich mich gut über den Ablauf, notwendige Vorbereitungen und den späteren Wiedereinstieg austauschen. Zusätzlich wurde ich von der Personalabteilung sehr professionell begleitet und mit allen relevanten Informationen versorgt.
Wie haben Kolleginnen und vor allem Kollegen auf Ihre Karenz reagiert?
Ich habe ausschließlich positives Feedback erhalten. Einige Kollegen befanden sich selbst in einer ähnlichen Lebenssituation und konnten meine Entscheidung sehr gut nachvollziehen. Generell wurde es als gutes Zeichen wahrgenommen, dass man sich als Mann bewusst für eine Karenz entscheidet.
Was war für Sie die größte Bereicherung während Ihrer Karenzzeit?
Die größte Bereicherung war ganz klar die Zeit mit meinen Töchtern. Sie sind heute zwei und vier Jahre alt und ich war bei beiden in Karenz. Dabei durfte ich die Zeit vom 8. bis 14. Lebensmonat meiner beiden Töchter intensiv erleben und miterleben, wie sich ein Säugling zu einem aktiven Kleinkind entwickelt. Es war eine besondere Erfahrung, meine Töchter auf ihrer täglichen Entdeckungsreise zu begleiten – eine Intensität, die ohne Karenz kaum möglich gewesen wäre.
Spannend war für mich zudem der Vergleich zwischen Kinderbetreuung und Arbeitsalltag: Beides kann gleichermaßen fordernd, abwechslungsreich und anstrengend sein – sodass man am Abend müde auf der Couch landet, auch wenn man „nur“ gespielt hat.
Wie lief die Übergabe Ihrer Aufgaben vor Beginn der Karenz ab und welche Maßnahmen haben Ihnen den Wiedereinstieg in den Arbeitsalltag am meisten erleichtert?
Gemeinsam mit meiner Führungskraft und meinen Kollegen haben wir die laufenden Projekte geprüft und – wo nötig – rechtzeitig Übergaben vorbereitet. Die Aufgaben wurden größtenteils von bestehenden Projektmitgliedern übernommen.
Zudem hatte ich die Möglichkeit, während der Karenz geringfügig beschäftigt zu sein und an einem fixen Tag pro Woche zu arbeiten. So stand ich für Rückfragen zur Verfügung und blieb über Projektfortschritte und Unternehmensentwicklungen informiert. Dadurch verlief der Wiedereinstieg nach sechs Monaten reibungslos und ich konnte meine Projekte ohne Probleme wieder übernehmen.
Was sind Ihrer Meinung nach die Gründe dafür, dass sich noch immer vergleichsweise wenige Väter für eine längere Karenz entscheiden?
In meinem Freundeskreis gibt es bereits einige Väter, die eine Karenz in Anspruch genommen haben. Die Gründe, warum dies für andere nicht möglich ist, sind sehr unterschiedlich. Häufig spielen Fragen der Kinderbetreuung – auch nach der Karenz –, Einkommensunterschiede sowie die Unterstützung durch das eigene Unternehmen eine entscheidende Rolle.
Was könnte aus Ihrer Sicht Unternehmen zusätzlich helfen, Väter zur Karenz zu ermutigen?
Ich selbst habe ein sehr unterstützendes berufliches Umfeld erlebt. Familienfreundlichkeit ist in der Unternehmenskultur der BUWOG verankert. Die ausgesprochen positive Haltung gegenüber der Väterkarenz, der Abbau von Karriereängsten aufgrund der Abwesenheit, das Angebot an flexiblen Modellen sowie die aktive Information über Rechte und finanzielle Aspekte zeigen Wirkung und ermutigen Väter zur Karenz. Wäre dies in allen Unternehmen der Fall, würden sich vermutlich deutlich mehr Väter für eine Karenz entscheiden, wobei natürlich auch das private Umfeld eine wichtige Rolle spielt.
Welche Tipps würden Sie Kollegen geben, die eine Väterkarenz planen?
Ich kann eine Väterkarenz uneingeschränkt empfehlen. Mir persönlich hat die geringfügige Beschäftigung geholfen, für meine Projekte ansprechbar zu bleiben und gleichzeitig hauptsächlich für meine Töchter da zu sein. Mein wichtigster Tipp: Nehmen Sie sich für die Karenz nicht zu viel vor. Sie werden ohnehin alle Hände voll zu tun haben – und wenn es „nur“ mit Spielen ist.