25 Jahre Frauen in der Immobilienwirtschaft
Jutta Heusel ist im Vorstand von Frauen in der Immobilienwirtschaft und Managing Director bei KOLLMANNSPERGER Executive Search. Foto: Divé
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25 Jahre Frauen in der Immobilienwirtschaft

In Folge 75 von „GLÜCKLICH WOHNEN – der BUWOG Podcast“ ist Jutta Heusel zu Gast, sie ist aktiv im Vorstand von Frauen in der Immobilienwirtschaft e. V. und Managing Director bei KOLLMANNSPERGER Executive Search. Im Gespräch geht es um die Frage, was sich in diesen gut 25 Jahren für Frauen in der Branche verbessert hat und warum Sichtbarkeit und Karrierewege immer auch mit Kultur, Vertrauen und Arbeitsbedingungen zu tun haben.

 

BUWOG im Gespräch am 18.11.2025: Großes Interesse für das Thema Frauen in der Immobilienwirtschaft.
BUWOG im Gespräch am 18.11.2025: Großes Interesse für das Thema Frauen in der Immobilienwirtschaft.

Das Thema Frauen in der Immobilienwirtschaft war bereits Thema beim vergangenen BUWOG im Gespräch am 18.11.2025 im Ludwig Erhard Haus in Berlin – und wurde vielbeachtet und angeregt diskutiert. Ein Video-Mitschnitt der Veranstaltung im YouTube-Kanal der BUWOG.

Dabei wurde klar: Aus Anlass des Jubiläums „25 Jahren Immofrauen“ gäbe es noch viel mehr zu besprechen! Der BUWOG-Podcast ist nun der richtige Rahmen, um an die Diskussion anzuknüpfen und das ein oder andere nochmal zu vertiefen. Denn nicht zuletzt ist auch die BUWOG als Unternehmen ja selbst bei den Immofrauen stark engagiert.

 

Jutta Heusel erläutert zu Beginn, dass der Verein gegründet wurde, weil Frauen „einfach sichtbar gemacht werden“ sollten. Sie ist seit 23 Jahren im Verein dabei und weiß: „Frauen sind in diesem Vierteljahrhundert immer noch nicht so sichtbar geworden, wie ich mir das zumindest anfangs mal vorgestellt hätte.“ Der Anspruch der Immofrauen bleibt damit aktuell, gerade weil die Branche in vielen Bereichen weiterhin stark männlich geprägt sei, so Heusel.

 

Warum ist das so? „Es ist ja letztlich Finanzbranche. Die ist grundsätzlich relativ männlich.“ Investmentlogik, Zahlenorientierung, viele Reisen und eine Arbeitswelt, die lange als wenig familienfreundlich galt, hätten den Ton gesetzt. Gleichzeitig gab es immer Frauen, nur oft zu wenige und zu wenig sichtbar, besonders in den prägenden Runden und auf den Bühnen. Die Entstehungsgeschichte der Immofrauen beschreibt sie als Reaktion auf genau dieses Bild: wenige Frauen in vielen Männerrunden und das Gefühl, dass Vernetzung nicht nur hilfreich, sondern notwendig ist.

 

International gab es viele ähnliche Netzwerk-Gründungen, etwa den Salon Real in Österreich mit hoher Sichtbarkeit, während z.B. die französischen Gruppen wiederum bewusst kleiner geblieben sind. Für den deutschen Verein war und ist die Kernidee jedoch konstant: „Frauen in der Immobilienwirtschaft sollen als Teil der Branche selbstverständlich wahrgenommen werden“, das heißt auch hörbar und sichtbar in Diskussionen und Panels.

Damit konkret auch bei EXPO REAL & Co mehr Frauen auf Bühnen und Panels vertreten sind, hat man den Referentinnen-Pool ins Leben gerufen, mit kompetenten Köpfen der Branche, „die sich trauen und etwas zu sagen haben.“

Vom kleinen Kreis zum etablierten Business Netzwerk

„Ich glaube, dass Frauen sich heute besser vernetzen“, sagt sie und beschreibt zugleich, wie ungewohnt das anfangs war. „Man war eigentlich gewohnt, dass es immer nur eine von uns gab in einer Männerrunde.“ Inzwischen ist der Verein etabliert und als Business Netzwerk erkennbar, auch weil es regelmäßige Formate, regionale Strukturen und fast 2.000 Mitglieder. Daraus entsteht nicht nur Austausch, sondern auch die Kenntnis darüber, wer was macht und wo Kooperationen sinnvoll sind.

 

Zugleich beobachtet Jutta Heusel, dass sich die Stimmung gerade verschiebt. Sie erklärt im Podcast, dass sich die Entwicklung lange kontinuierlich positiv bewegt hat, „mehr Sichtbarkeit, mehr gezielte Förderung, mehr Bewusstsein für gemischte Teams“ gewünscht war. „Doch jetzt sind wir in einer Phase, in der Unternehmen in Krisenzeiten wieder rückwärtsgerichtet handeln. Man greift auf alte Muster zurück, statt innovativ zu bleiben.“ Für Heusel ein Irrweg: „Wenn man in einer Krise auf Lösungen von früher setzt, ist das so, als wenn wir mit einem alten Nokia Knochen auf einmal telefonieren würden“.

 

Kritisch sieht sie, dass Themen wie Diversity und ESG teilweise wieder als „Luxus“ betrachtet und in der Priorität zurückgestellt würden. Für sie ist das kurzsichtig, allein deshalb, weil Faktoren wie Finanzierung und Regulierung diese Themen ohnehin einfordern werden. „Ich glaube, dass Diversität auch deshalb elementar ist, weil gemischte Teams bessere Lösungen erzielen.“

Jetzt die ganze Folge hören!

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Michael Divé

Über den Autor

Michael Divé

Michael Divé ist Teamleiter Kommunikation und Pressesprecher der BUWOG in Deutschland.

Er leitet die Unternehmenskommunikation und die digitalen Kanäle der BUWOG in Deutschland und moderiert den Podcast GLÜCKLICH WOHNEN. Nach seinem Studium der Medienwirtschaft an der Hochschule RheinMain in Wiesbaden und Toulouse (Frankreich) war er als Journalist und Medienmanager für verschiedene Medien und Unternehmen tätig.