CEO-Blog: Post von Daniel Riedl
Daniel Riedl, CEO der BUWOG Group, spricht in seinem aktuellen Blogbeitrag über das angekündigte Übernahmeangebot durch die Vonovia.
Karriere

CEO-Blog: Post von Daniel Riedl

Liebe Blog-Leserinnen und Leser,
 
vor rund 3 ½ Jahren, kurz nach dem erfolgreichen Börsengang der BUWOG AG, haben wir diesen Blog gestartet, um aus allen Bereichen der BUWOG Group zu berichten und unsere Aktivitäten, unsere Erfolge, aber auch einfach den Alltag in einem großen Wohnimmobilienunternehmen darzustellen.
 
Unser Alltag war schon immer sehr herausfordernd, aber auch extrem spannend: Große Development-Projekte, verschiedene Zukäufe im Asset Management, intensive interne Projekte wie die SAP-Umstellung oder Kapitalmarktprojekte wie eine Wandelanleihe, eine Kapitalerhöhung oder kürzlich die Einholung eines Investment-Grade-Ratings – was in anderen Firmen eher die Ausnahme ist, war in der BUWOG Group in weiten Teilen der Normalzustand. Und diesen hat das Team der BUWOG an allen Standorten in Österreich und Deutschland in den letzten Jahren mit großartigem Einsatz bravourös gemeistert.
 
Daher möchte ich diesen Blogbeitrag mit einem tief empfundenen Dank an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die den Erfolg der BUWOG Group in den letzten Jahren möglich gemacht haben, beginnen.
 
Es gibt nun natürlich ein großes Thema, das aktuell unser gesamtes Unternehmen bewegt: Die Ankündigung der Vonovia SE ein Übernahmeangebot für die BUWOG AG zu legen.
 
Wir haben darüber transparent auf unserer Website informiert, alle bisher verfügbaren Dokumente dazu finden Sie unter https://www.buwog.com/de/investor-relations/vonovia
 
 

Seit der Ankündigung durch die Vonovia führe ich laufend Gespräche mit der Belegschaft, mit dem Betriebsrat, genauso wie ich Gespräche mit dem Interessenverband für Anleger geführt habe oder gemeinsam mit Rolf Buch, CEO der Vonovia SE, in einem gemeinsamen Pressegespräch Medienvertreter aus dem In- und Ausland informiert habe. Ebenso sind meine beiden Vorstandskollegen Andreas Segal und Herwig Teufelsdorfer intensiv im Einsatz um Mitarbeiter, Aktionäre und andere Stakeholder zu informieren. Noch gibt es nicht auf jede Frage eine Antwort, aber meine Türe ist – vor allem für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – jederzeit offen, um über die aktuelle Situation innerhalb der BUWOG Group zu diskutieren.
 
Daher schreibe ich diesen Blogbeitrag auch im „Karriere“– und diesmal nicht im „Investor Relations“-Teil unseres Corporate Blogs, da ich mir sicher bin, dass neben den bestehenden Kollegen auch unter potentiellen neuen Mitarbeitern bzw. Jobsuchenden, die Interesse an einer Karriere in der BUWOG haben, Fragen zu einer möglichen Übernahme durch die Vonovia aufkommen werden.
 
Zuallererst zur Ausgangslage: Die „Spielregeln“ der Börse bzw. des Kapitalmarktes beinhalten eine für manche vielleicht etwas befremdliche Komponente, nämlich, dass man, wenn man als Unternehmen erfolgreich ist und einen guten Job macht, in das Blickfeld noch größerer börsennotierter Gesellschaften gerät und für eine Übernahme attraktiv wird. Das war uns, als wir 2014 als eigenständiges Unternehmen weg von der IMMOFINANZ AG an die Börse gegangen sind, bewusst, auch wenn man im Tagesgeschäft natürlich nicht permanent daran denken kann und will.
 
Wir als BUWOG haben uns das aktuelle Übernahmeszenario durch die Vonovia weder gewünscht noch haben wir dieses ausgelöst. Wir haben uns auch den Zeitpunkt nicht ausgesucht, der so kurz vor Weihnachten (die Ankündigung zum Übernahmeangebot wurde am 18.12.2017 veröffentlicht) alles andere als ideal war.
 
Wir (Vorstand und Aufsichtsrat) saßen bei dieser Transaktion nicht am Fahrersitz, sondern wurden mit der Situation konfrontiert und hatten zu entscheiden, ob wir das unterstützen. Wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht. Nach intensiven Diskussionen haben der Vorstand einstimmig und der Aufsichtsrat gegen die Stimmen des Betriebsrats entschieden, das Angebot (vorbehaltlich der Veröffentlichung der genauen Angebotsunterlage und der dann notwendigen Stellungnahme) zu unterstützen. Wir halten auf der einen Seite das Angebot für unsere Aktionäre, also für die Menschen, die ihr Geld in unser Unternehmen investieren, für attraktiv. Auf der anderen Seite hat die Vonovia ein Konzept vorgelegt, das großen Teilen des Unternehmens BUWOG eine Zukunft sichert – eine Situation, die bei einer Übernahme nicht selbstverständlich ist, wie man sehr häufig bei anderen Konzernübernahmen sehen muss.
 
Dadurch ergeben sich eine Reihe an Chancen und sehr interessanten Entwicklungsmöglichkeiten, sowohl für Teile der bestehenden Mannschaft als auch für neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sich zum aktuellen Zeitpunkt für ausgeschriebene Stellen der BUWOG Group zu bewerben, macht also selbstverständlich Sinn und bietet die Gelegenheit, zu einem sehr interessanten Zeitpunkt in ein Unternehmen einzutreten, das extrem viel vorhat. Neue Bewerber müssen sich nur bewusst sein, dass – sofern die Übernahme durch unsere Aktionäre angenommen wird – 2018 ein weiteres intensives Jahr wird, das erst den Anfang einiger Neuerungen im Unternehmen bilden wird. Und dass von diesen Neuerungen noch nicht alle zum heutigen Zeitpunkt vorgezeichnet sind, sondern erst durch den neuen potentiellen Eigentümer – ein DAX-Unternehmen – vorgegeben werden müssen.
 
Um nicht immer nur von Chancen, sondern von konkreten Themen zu sprechen, hier einige Beispiele: Unsere österreichische Bestandsbewirtschaftung bleibt bei einer Übernahme durch die Vonovia bestehen und wird sogar um die bestehenden Immobilien der Conwert in Österreich aufgewertet – es kommt also zu einem Wachstum im österreichischen BUWOG-Wohnungsbestand. Diese schöne Aufgabe braucht ein exzellentes Team im Asset Management! Marke und Gesellschaft bleiben bestehen, wir werden in Österreich weiter als BUWOG auftreten und unser neues Kunden- und Verwaltungszentrum am Topstandort Rathausstraße 1 in Wien, das  gerade gebaut wird, beziehen. Von der Vonovia gibt es ein langfristiges Bekenntnis zum Investitionsstandort Österreich und die Zusicherung, dass Österreich als unabhängige Ländergesellschaft geführt wird. Der komplette Development Bereich – also Wien, Berlin und Hamburg – bleibt bestehen und soll weiter ausgebaut werden. Die Zentrale des Development Bereichs der Vonovia wird Berlin sein, unser Team ist die Basis für den weiteren Ausbau der Projektentwicklungsaktivitäten der Vonovia. Eine große Chance für unseren Development-Bereich. Man muss sich dabei immer vor Augen halten, dass die Vonovia ja nicht nur aufgrund unserer Wohnungen oder unserer Grundstücke und Baustellen so starkes Interesse an uns entwickelt hat, sondern die Vonovia will auch das Know-how im Bereich Wohnungsneubau, das sie selbst nicht besitzen, von der BUWOG in ihr Geschäftsmodell integrieren. Und Know-how sind nicht Zahlen, Bewertungen oder Grund und Boden, sondern Know-how findet sich nur in den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wieder.
 
Ganz offen und ehrlich muss ich selbstverständlich auch ansprechen, dass – sollte es zu einer Übernahme kommen – bei der BUWOG in Deutschland im dort beheimateten Bestandsmanagement mit großer Wahrscheinlichkeit Arbeitsplätze wegfallen würden, da die Vonovia die deutschen Bestände in ihre eigene Plattform integrieren möchte. Das heißt, die Vonovia will dort eigene Mitarbeiter einsetzen und Synergien nutzen, was in der Regel damit einhergeht, dass Arbeitsplätze beim übernommenen Unternehmen wegfallen. In diesem Bereich und in diesen Regionen verfügt die Vonovia bereits über Teams und auch über das entsprechende Know-how. Dafür haben wir die Dotierung entsprechender Sozialpläne für unsere Belegschaft im Bestand in Deutschland mit der Vonovia verhandelt.
 
 

All diese angesprochenen Punkte gelten selbstverständlich erst unter der Voraussetzung, dass unsere Aktionäre im Rahmen des Angebots mehrheitlich ihre Aktien an die Vonovia verkaufen, sonst bleibt sowieso alles beim Alten. Näheres werden wir vermutlich Mitte März wissen. Bis dahin werden wir unsere Aktionäre über meinen Vorstandskollegen Andreas Segal und das Team Investor Relations & Corporate Finance von Holger Lüth transparent informieren, ich werde weiterhin die Öffentlichkeit über unsere eigenen Kanäle und über die Presse im Bilde halten und meine Vorstandskollegen und ich werden vor allem intern weiterhin intensive Gespräche mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern führen.
 
Die Zukunft der BUWOG bleibt weiterhin spannend und die Aussichten für unser Unternehmen sehe ich nach wie vor vielversprechend, auch wenn sich der Rahmen ändern könnte.
 
 
Freundliche Grüße sendet Ihnen
 
Ihr
 
Daniel Riedl
CEO
BUWOG AG

Autor

Daniel Riedl

Daniel Riedl

Zuständigkeit bei der BUWOG: CEO

Bei der BUWOG tätig seit: 2004

Seit gut zehn Jahren ist die BUWOG nun ein wichtiger Teil meines Lebens. 2004 wurde ich als 35-Jähriger vom neuen Eigentümer IMMOFINANZ in die Geschäftsführung der BUWOG entsandt und habe die Verantwortung übernommen, aus dem gerade privatisierten Unternehmen gemeinsam mit dem Team einen modernen Dienstleistungsbetrieb zu machen. Heute, zehn Jahre und einen erfolgreichen Börsengang später, kann ich als stolzer CEO der BUWOG AG sagen, dass mir dies mit unseren großartigen Mitarbeitern und deren Arbeitseinsatz mit Erfolg gelungen ist.
Ich bin in Salzburg geboren, in Linz aufgewachsen und habe an der WU Wien Handelswissenschaften studiert. Während meiner Studienzeit habe ich in den unterschiedlichsten Branchen, etwa Hotellerie, Verlagswesen und auch in der Industrie, Berufserfahrung gesammelt. Seit ich mit der Immobilienwirtschaft in Berührung kam, lässt mich diese Branche allerdings nicht mehr los. Mit großer Leidenschaft war ich rund 6 Jahre im Vorstand der IMMOFINANZ AG, von der sich die BUWOG Ende April 2014 im Zuge eines Spin-offs erfolgreich abgespalten hat. Das Unternehmen eigenständig an die Börsen Wien, Frankfurt und Warschau zu bringen, zählt zu meinen absoluten beruflichen Highlights.
Privat liebe ich es, mit meiner Familie Zeit zu verbringen, die Oper und klassische Konzerte zu besuchen, sowie ein gutes Essen mit Freunden und einem guten Tropfen Wein zu genießen.

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