BUWOG persönlich: Marc Seelmann, Leiter der Planungsabteilung Hanau
Marc Seelmann leitet in Hanau die Planungsabteilung. Foto: BUWOG
Karriere

BUWOG persönlich: Marc Seelmann, Leiter der Planungsabteilung Hanau

In unserer Serie „BUWOG persönlich“ stellen wir Menschen vor, die an aktuellen Projekten und Zukunftsthemen der BUWOG arbeiten. Sie alle eint das Motto der BUWOG: Glücklich wohnen. Wir sprechen mit Marc Seelmann, der die Planungsabteilung bei der BUWOG Bauträger GmbH in Hanau leitet.

 

Herr Seelmann, was ist Ihre Aufgabe bei der BUWOG?

Marc Seelmann: „Meine Abteilung übernimmt sämtliche Planungsaufgaben gemäß dem gängigen Architektenleistungsbild in den Leistungsphasen 1 bis 5. Damit sind wir ein internes Abbild eines externen Hochbau-Planungsbüros, wie es die BUWOG andernorts üblicherweise beauftragt. Ich selbst bin in meiner Funktion in erster Linie Anlaufstelle für die Zuteilung neuer Planungsaufgaben, deren Weiterleitung an die von mir zusammengestellten Planungsteams und natürlich grundsätzlich Bindeglied zwischen Geschäftsleitung, dem Konzern und meinem Team. Wir sind es in der Abteilung gewohnt, möglichst individuelle, aber dennoch wirtschaftliche Gebäude mit erkennbarem architektonischen Anspruch zu entwickeln und uns damit von der Architektur anderer Bauträger zu unterscheiden. Das ist ein Spagat. Wenn ich mir die fertiggestellten und aktuellen Neubauprojekte so anschaue, kann ich sagen, dass die BUWOG das gut meistert.“

Wie kamen Sie zu der heutigen Funktion und welche Ausbildung und Fähigkeiten braucht es, um Ihre Position auszufüllen?

Marc Seelmann: „Ich habe Architektur in Darmstadt studiert und danach gut zehn Jahre in unterschiedlichen Architekturbüros gearbeitet. Irgendwann begann mich zu nerven, dass man durch die Abhängigkeit von externen Aufträgen und nicht zuletzt durch die Bauherrenlaunen doch erhebliche Unsicherheit hat als Planungsbüro. Ich entdeckte dann 2008 im Architektenblatt die Anzeige meines letzten, dann langjährigen Arbeitgebers, einem Bauträger mit eigener Planungsabteilung. Hier reizte mich, die Themen Architektur und Gestaltung weiterentwickeln zu können. Gleichzeitig wollte ich aber, ich sage es mal salopp: Mehr PS unter dem Hintern haben! Also: Eine gewisse finanzielle Stabilität des Unternehmens und damit eine Unabhängigkeit von wackeligen Planungsaufträgen. Dann hat mir von da an sicherlich geholfen, dass mein ehemaliger Chef ein Faible fürs Handwerk hatte – Zeichnen und Kreativität sind ja auch ein Handwerk und seit Kindestagen meine Passion! Vor mittlerweile elf Jahren durfte ich schließlich die Leitung der deutlich gewachsenen Abteilung übernehmen.

Als Abteilungsleiter der Planung muss man nicht zwingend gut zeichnen können, aber bei mir war es wahrscheinlich ein Türöffner. Man muss darüber hinaus fachlich – also bezüglich technischer und baurechtlicher Grundlagen – sattelfest sein, außerdem diszipliniert und genau. In der alten Firma war ich eine Art ‚Spielertrainer‘, da ich hier und da noch mitgearbeitet habe in den Projekten und den ein oder anderen Vorentwurf selbst gemacht habe. Mit Übernahme des Unternehmens und Integration in die BUWOG sind wir nun Teil eines großen Konzerns, was viele Vorteile hat. Mit der neuen Struktur haben sich auch die Aufgaben weiterentwickelt. Ich gebe noch mehr ab als früher…und das ist ja auch gut so, denn lernen tut man nur durch ‘Doing‘! Dazu sollte man natürlich die Fähigkeit und das Gespür besitzen, die Arbeiten möglichst an die passenden Mitarbeiter in der Abteilung vertrauensvoll zu delegieren, den Teamgeist zu pflegen sowie auch den Kontakt zu den anderen Abteilungen zu halten und seriös kommunizieren zu können.“

Sie haben es bereits angedeutet: Ihr Weg zur BUWOG ist ja besonders. Ihr früherer Arbeitgeber, ein inhabergeführter Bauträger, wurde von der BUWOG übernommen. Wie haben Sie das erlebt – fachlich und persönlich?

Marc Seelmann: „Ich hatte immer erwartet, dass eine Übernahme früher oder später kommen würde, aber dann ging doch alles ganz schnell. Mich hat die Dynamik des Prozesses letzten Endes doch überrascht. Für mich war klar, dass ich keine Hauruck-Entscheidung treffe, sondern der neuen Situation erstmal offen begegne und der Konstellation bewusst auch Vertrauen schenke. Das wurde bislang nicht enttäuscht. Ich denke, wir sind mit Übernahme und Integration in die BUWOG außergewöhnlich gut angenommen und herzlich empfangen worden. Das ist, glaube ich, in dieser Form keine Selbstverständlichkeit. Klar sind die Veränderungen groß: Die täglichen Aufgaben haben sich in ihrer Gewichtung teils deutlich verschoben. Auch die Herangehensweise in einem Konzern ist natürlich anders als bei einem kleinen unabhängigen Bauträger. Die Denkweise basiert zwar auf Logik und Ratio und entspricht damit meinem sachlichen, technischen Wesen als Ingenieur. Aber in der Summe ist es eben anders – nicht in jedem Punkt immer zwingend besser. Aber: Daran arbeiten wir.“ (lacht)

Wie sehen die typischen Aufgaben in Ihrem Bereich aus?

Marc Seelmann: „Wir beschäftigen uns viel mit der Bebaubarkeit von potentiellen neuen Grundstücken. Das umfasst die technische und planungsrechtliche Seite und gleichermaßen die kreative Seite. Die Skizzenrolle ist immer in meiner Nähe. Digitalisierung hin oder her – die ersten Ideen entstehen auf Papier! Ich schätze dieses kreative Arbeiten sehr als Ausgleich zu den vielen organisatorischen Aufgaben, die meine Rolle eben auch mit sich bringt.

Als Architekt bei einem Bauträger ist man immer dafür verantwortlich – vereinfacht ausgedrückt – maximale Wohnfläche möglichst geschickt auf dem Grundstück unterzubringen und so, dass die neue Bebauung im Hinblick etwa auf Verkehr, Umwelt und soziale Struktur des Umfeldes nicht nur verträglich ist, sondern auch einen Mehrwert bietet. Auch optisch muss sich ein Neubauprojekt letztlich harmonisch einfügen. Als Planungsabteilung liefern wir die Planunterlagen für die Ämter, für die Ausschreibung und für die Baustelle. Und natürlich die Grundlage für den Vertrieb oder die Vermietung. Über die Jahre haben wir hier vom Standort Hanau aus schon einiges entwickelt, was ich mir immer wieder gerne ansehe. Vom kleineren Mehrfamilienhaus bis hin zu größeren Quartieren.“

Worin liegen die Herausforderungen und Chancen in Ihrem Tätigkeitsbereich?

Marc Seelmann: „Als Architekt plant und gestaltet man etwas, das von vielen wahrgenommen wird, das die Umwelt und die Umgebung, ja, eine ganze Stadt nachhaltig prägen kann. Im Idealfall entsteht etwas, das die Bewohner:innen und das Umfeld positiv beeinflusst und glücklich macht. Das ist ein großer Reiz, aber auch eine große Verantwortung, die in diesem Berufsbild steckt. Ich finde, Gebäude dürfen und sollten auch schön sein dürfen, über ihren reinen Nutzwert und ihre Effizienz hinaus. Aus dieser Idee entstand in der Baugeschichte ja ehemals der Begriff ‚Baukünstler‘. Auf diesen Begriff sollte man sich immer wieder mal besinnen, auch wenn er im heutigen Kontext des komplexer gewordenen Berufsbildes des Architekten gerne belächelt wird. Im Alltag der Planungsabteilung eines Bauträgers geht es darum, die ästhetischen Ansprüche als Baukünstler erfüllen zu wollen und andererseits von Beginn an im Entwurf und in der Entwicklung des Gebäudes oder des Quartiers die typischen Wirtschaftlichkeits-Parameter zu vereinen. Dies geht zum Beispiel über konstruktive Optimierungen, so dass am Ende ein Projekt auch zu einem positiven Geschäftsergebnis führt. Dabei kommt uns als Planungsabteilung unsere langjährige Erfahrung zugute: Wir wissen oft sehr früh, welche Details oder Entwurfsideen man so gestalten kann, dass sie im Kostenrahmen bleiben.

Eine interne Planungsabteilung bietet die Chance, dass sie jederzeit verfügbar ist und direkt starten kann. Langwierige Ausschreibungen, Honorarverhandlungen oder Beauftragungen, die etwa gegenüber externen Architekten nötig sind, entfallen. Wir können schnell erste Entwürfe und Skizzen liefern. Das beschleunigt den Gesamtprozess enorm. Mit der Umstellung auf die Plan- und Projektmanagement-Plattform ‘Thinkprojekt‘ kann unsere Planverteilung und Organisation künftig noch effizienter und strukturierter werden.“

Was glauben Sie – wie wohnen wir in Zukunft?

Marc Seelmann: „Ich denke, dass sich beim durchschnittlichen Geschmack und Wohnbedarf gar nicht so wesentlich viel verändern wird. Klar, es gibt Moden oder gesellschaftliche Veränderungen, die neue Wohnformen oder Typologien hervorbringen. Auch die Corona-Situation verändert den Blick auf das eigene Zuhause: Die Menschen wünschen sich mehr Platz, eine kleines Home-Office oder eine Arbeitsnische, ein extra halbes Zimmer oder abtrennbare Bereiche werden wichtiger. Die Mehrheit sucht aber einfach eine Wohnung oder ein Haus mit gutem, effizienten Grundriss in der gewünschten Lage – und das zu irgendwie erschwinglichen Preisen bei Miete oder Kauf. Schaut man sich die Entwicklung von Grundrissen der letzten 100 Jahre an, so stellt man fest, dass sich so viel nicht verändert hat in einem Jahrhundert. Mal abgesehen von Raumhöhen und der ein oder anderen Verschiebung im Größenverhältnis der Räume untereinander. Faktoren wie Lage, Wohnqualität und Umfeld werden hingegen immer wichtiger. Auf dem Gebiet der Gebäudetechnik, der Digitalisierung, der Wirtschaftlichkeit und der Nachhaltigkeit erwarte ich noch große Sprünge. Alleine wenn wir uns anschauen, wie technische Ausstattung und Materialauswahl mit CO2-Abdruck und Wiederverwertbarkeit sowie natürlich den laufenden Verbrauchswerten zu tun haben. Da hat die Immobilienwirtschaft einen ganz wesentlichen Hebel um noch nachhaltiger zu werden. Das Haus wird vielleicht irgendwann ein Computer sein – aber er wird uns nicht dirigieren!“

Glücklich wohnen: Was bedeutet dieses Motto der BUWOG für Sie ganz persönlich?

Marc Seelmann: „Als Architekt einer Firma, die sich dieses Motto auf die Fahnen schreibt, will man natürlich die Grundlage dafür schaffen, dass sich die späteren Bewohner:innen richtig wohl fühlen. Die Mehrheit der Menschheit trifft die Entscheidung für eine Immobilie nur einmal im Leben, da muss alles passen! Glücklich wohnen bedeutet für uns in der Abteilung also: So lange am Grundriss zu feilen, bis er so perfekt sitzt wie ein Maßanzug! Glücklich wohnen, das bedeutet, dass die Menschen gern zuhause sind. In meiner eigenen Wohnung hängt ein Bild an der Wand mit dem Spruch: ‚The best journey always takes us home‘ – das passt doch!“

 

 

 


„Im Idealfall entsteht etwas, das die Bewohner:innen und das Umfeld positiv beeinflusst und glücklich macht. Das ist ein großer Reiz, aber auch eine große Verantwortung.“

 

 


Steckbrief

  • Studium: Architektur an der TU Darmstadt
  • Abschluss: Diplom-Ingenieur
  • Berufsjahre: 22
  • Hobbys: Tennis (aktiv), Fußball (passiv), la famiglia

 

Lieblingszitat: 

„Logik bringt Dich von A nach B, Phantasie überall hin.“

(Albert Einstein)


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Michael Divé

Über den Autor

Michael Divé

Zuständigkeit bei der BUWOG: Teamleiter Kommunikation und Pressesprecher BUWOG Deutschland.

Michael Divé (43) leitet die Unternehmenskommunikation und digitalen Kanäle in Deutschland. Nach seinem Studium der Medienwirtschaft an der Hochschule RheinMain in Wiesbaden und Toulouse (Frankreich) war er als Journalist und Medienmanager für verschiedene Medien und Handelsunternehmen tätig.

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